Neu-Delhi -  Indien verzeichnet nach zahlreichen Fällen im südwestlichen Bundesstaat Kerala erneut einen deutlichen Anstieg an täglichen Corona-Neuinfektionen. Mit 46.759 Infektionsfällen sei am Samstag der höchste Tageswert seit etwa zwei Monaten erreicht worden, teilte das Gesundheitsministerium in Neu-Delhi mit. 70 Prozent dieser neuen Fälle gingen auf Kerala zurück, wo lockerere Regeln für Reisen und Zusammenkünfte während des traditionellen Onam-Erntedankfestes als Treiber hinter dem Anstieg vermutet werden.

Nach den USA ist Indien in absoluten Zahlen das derzeit am stärksten von der Pandemie getroffene Land. Mehr als 32,6 Millionen Menschen steckten sich dort mit dem Coronavirus an, mehr als 437.370 Menschen starben.

Zum Höhepunkt der zweiten Welle mehr als 400.000 Infektionen am Tag

Samstag war seit dem 7. Juli der dritte Tag in Folge, an dem mehr als 45.000 Neuinfektionen binnen 24 Stunden gemeldet wurden. Während zum Höhepunkt der zweiten Welle im April und Mai an einigen Tagen mehr als 400.000 Infektionen erfasst wurden, waren es zuletzt um die 30.000 bis 40.000 pro Tag gewesen. Welche Rolle die besonders schnell übertragbare und erstmals in Indien festgestellte Delta-Variante des Erregers derzeit spielt, wurde nicht gesagt.

In dem 1,3 Milliarden-Einwohner-Subkontinent hatte die Impfkampagne zeitweise auch wegen fehlender Dosen gestockt. Diese Probleme seien nun beseitigt und am Freitag eine Rekordzahl von zehn Millionen Menschen geimpft worden, teilte das Ministerium weiter mit. 15 Prozent der erwachsenen Bevölkerung – sie wird auf etwa 940 Millionen geschätzt – sind demnach nun ganz und mehr als 50 Prozent einmal gegen Corona geimpft.