Menstruationsschmerzen.
Foto: dpa/picture alliance/David Ebener

JakartaBei starken Menstruationsschmerzen können Arbeitnehmerinnen eines indischen Essenslieferdienstes künftig bis zu zehn Tage im Jahr bezahlt freinehmen. Die Ankündigung des Firmenchefs löste in Indien eine Debatte auf den sozialen Netzwerken aus. In dem Land ist die Periode ein großes Tabuthema, Frauen gelten während ihrer Blutung als unrein und sollen dann beispielsweise keine Tempel betreten oder bestimmtes Essen berühren.

Der Firmenchef schrieb in einer kürzlich veröffentlichten Mitteilung, Periodenurlaub zu nehmen, sollte nicht mit Scham oder Stigma behaftet sein. „Du solltest Menschen in internen Gruppen oder E-Mails einfach sagen können, dass du gerade einen Tag Periodenurlaub nimmst.“ Pro Zyklus können Frauen und Transgender-Leute in dem Unternehmen jeweils einen Tag freinehmen – und das zehn Mal im Jahr.

Die Ankündigung hat zu vielen Diskussionen auf den sozialen Netzwerken geführt. „Heute können einige Perioden-Urlaub wohl nicht richtig verstehen, genauso wie viele mal gegen Mutterschutzurlaub protestiert haben“, schrieb Angellica Aribam, die Gründerin einer indischen Organisation, die Frauen in der Politik fördert, auf Twitter. „Aber eines Tages wird das normal sein.“ Die indische Journalistin und Washington-Post-Kommentatorin Barkha Dutt hielt dagegen. Sie findet: „Wir können nicht der Infanterie beitreten, über Krieg berichten, Kampfflugzeuge fliegen, in den Weltraum gehen, keinen Exzeptionalismus wollen und Periodenurlaub wollen.“