In der Bahn wird nicht immer ein Mundschutz getragen.
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KölnDer Infektiologe Gerd Fätkenheuer sieht angesichts wieder steigender Corona-Neuinfektionen ein nachlassendes Gefahrenbewusstsein in der Bevölkerung. „Was sich derzeit in den Köpfen abspielt“ stelle ein großes Risiko dar, sagte der Forscher der Uniklinik Köln dem Kölner Stadt-Anzeiger. Die Menschen fühlten sich heute viel sicherer als noch vor einem Vierteljahr. „Mit dem starken Rückgang der Zahlen werden die Gefahren, die nach wie vor von dem Virus ausgehen, nicht mehr in gebührendem Maße wahrgenommen“, so Fätkenheuer.

„Der prozentuale Anstieg in den vergangenen Tagen, der sich nicht nur aus einzelnen größeren lokalen Ausbrüchen ergibt, sondern aus Infektionen an den unterschiedlichsten Ecken, ist brandgefährlich. Wir haben ja alle erlebt, wie schnell eine vermeintlich langsame Ausbreitung in eine exponentielle Kurve übergehen kann und dann kaum mehr zu bremsen ist“, sagte Fätkenheuer der Zeitung. Nur bei konsequenter Beachtung aller Schutzvorkehrungen sei es nach wie vor möglich, das Infektionsgeschehen im Griff zu behalten.

Am Dienstag hatte bereits der Präsident des Robert-Koch-Instituts, Lothar Wieler, Nachlässigkeit bei der Einhaltung der Verhaltensregeln beklagt. Das RKI meldete am Mittwochmorgen 684 neue Infektionen binnen eines Tages. In den vergangenen Tagen hat die Zahl der Neuinfektionen immer wieder den Wert von 500 überschritten, zuvor lag die Zahl seit Anfang Juni überwiegend darunter. Der Höhepunkt wurde Anfang April mit mehr als 6000 Fällen an einem Tag erreicht.