Die Preise für Energie und Lebensmittel schießen in Berlin und Brandenburg in die Höhe. Verbraucher mussten auch im vergangenen Monat für Einkäufe und Fixkosten deutlich mehr Geld ausgeben.

Wie das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg am Montag mitteilte, lagen die Verbraucherpreise in Berlin im April 7,9 Prozent über dem Vorjahreswert, in Brandenburg waren es 7,4 Prozent. Hauptsächlich stiegen demnach die Preise für Lebensmittel und Energie. Ohne diese Preistreiber betrug die Teuerung in Berlin 4,0 Prozent und in Brandenburg 3,7 Prozent.

Speiseöl und Mehl sind seit Beginn des Kriegs in der Ukraine Mangelware in den deutschen Supermärkten – wenn sie vorhanden sind, muss der Berliner tiefer in die Tasche greifen: Die beiden Lebensmittel kosten teils über die Hälfte mehr als vor einem Jahr. Auch Eier, Butter, Tomaten, Gurken und Fleisch verzeichnen zweistellige Zuwachsraten.

Preistreiber waren insbesondere:

  • Mehl u. a. Getreideerzeugnisse in Berlin +37,0 Prozent, in Brandenburg +24,6 Prozent, darunter Weizenmehl in Berlin +52,8 Prozent und in Brandenburg +23,7 Prozent
  • Fleisch und Fleischwaren in Berlin +12,8 Prozent und in Brandenburg +13,1 Prozent, hier insbesondere Rinder- und Schweinehackfleisch
  • Sonnenblumen-, Rapsöl oder Ähnliches in Berlin +56,8 Prozent und in Brandenburg +42,0 Prozent
  • Butter in Berlin +25,2 Prozent und in Brandenburg +30,1 Prozent
  • Eier in Berlin +26,6 Prozent und in Brandenburg +31,9 Prozent
  • Tomaten und Gurken in Berlin +42,7 bzw. +31,3 Prozent, in Brandenburg +48,0 bzw. +34,1 Prozent

Einzig Blumenkohl, Paprika und Möhren sind im Vergleich deutlich günstiger geworden.

Die Nahrungsmittelpreise stiegen im Vergleich zum Vorjahresmonat in Berlin um 9,0 Prozent und in Brandenburg um 10,1 Prozent.

Bei Heizöl verdoppelten sich die Preise

Weitere Kostentreiber seien nach wie vor auch die Energiepreise. Sie stiegen gegenüber dem Vorjahresmonat um durchschnittlich 36 Prozent. Beim Heizöl verdoppelten sich die Preise sogar (+95,8 Prozent in Berlin und +114,3 Prozent in Brandenburg).

Gegenüber dem Vormonat März beruhigte sich der Energiemarkt allerdings, sodass Preisrückgänge zu beobachten waren.

Überdurchschnittliche Teuerungen gegenüber dem Vorjahresmonat wurden dagegen bei Beherbergungs- und Gaststättendienstleistungen beobachtet. In Berlin nahmen die Preise um 10,5 Prozent und in Brandenburg um 7,9 Prozent zu.

Um die Verbraucher zu entlasten, hat die Bundesregierung in der vergangenen Woche ein Gesetz verabschiedet, das unter anderem ein bundesweites Neun-Euro-Ticket vorsieht. Auch 300 Euro Energiepreispauschale soll es für die Bürger geben, diese müssen allerdings versteuert werden.