Berlin - „Bauer sucht Frau“-Moderatorin Inka Bause hadert mit ihrer Heimatstadt Berlin und dem Lebensgefühl in Szenevierteln wie Prenzlauer Berg. „Kaum sind die Möbel gerückt und die Bilder an der Wand, wird dann als Erstes der Gastwirt verklagt, der seit Jahrzehnten unten im Haus eine Kneipe betreibt und dessen Wirtschaft jetzt plötzlich stört“, sagte Bause der Neuen Osnabrücker Zeitung vom Mittwoch.

So ein Verhalten ärgere sie, weil Lebensmodelle der Mitmenschen nicht akzeptiert würden. Dabei sei Berlin einst eine „Freigeist-Stadt“ gewesen, in die Künstler aus aller Welt gezogen seien. „Davon ist nicht mehr viel übrig geblieben, das Feeling hat sich total geändert“, sagte Bause.

Bause will „Landlärm“ unter Schutz stellen

Die Moderatorin und Musikerin unterstützt eine Petition mit dem Ziel, den „Landlärm“ – also den morgendlichen Hahnenschrei oder das Läuten der Kuhglocke – unter Schutz zu stellen. Sie selbst wache jeden Morgen in Berlin zu einem krähenden Hahn auf. „Zwei Straßen weiter ist eine Laubenpieper-Siedlung, die dürfen auch Kleinvieh wie Hühner halten“, sagte Bause und fügte hinzu: „Mal sehen, wie lange noch, bis der Erste dagegen klagt.“

Viel Verständnis zeigte die Moderatorin für demonstrierende Landwirte, die in den vergangenen Monaten auch in Berlin immer wieder den Verkehr mit ihren Treckern lahmgelegt haben. Die Gesellschaft sei nicht bereit, Lebensmittel anständig zu bezahlen. „Das muss sich ändern. Gute Landwirtschaft geht nur mit guten Preisen.“