Inmitten des Ukraine-Krieges hat in Moskau eine Ausstellung mit dem Titel „Nato: Eine Chronik der Grausamkeit“ eröffnet. Wie The Moscow Times berichtet, ist die Ausstellung seit April im Museum für Zeitgenössische Russische Geschichte zu sehen. Demnach werden Besucher dort mit Plakaten begrüßt, die beschreiben, wie „die Nato voller Krieg ist“.

Dem Bericht zufolge wächst die Zahl derartiger Ausstellungen in der Russischen Föderation. So sollen die Exponate in Sibirien und auf der fernöstlichen Insel Sachalin bis zu den westlichen Städten Belgorod, Kursk und Brjansk nahe der Grenze zur Ukraine zu sehen sein. „Genau diese Ausstellung wird bald in allen Regionen der Russischen Föderation eröffnet“, sagte zudem ein Beamter bei einer Eröffnungszeremonie Anfang Mai in der Stadt Weliki Nowgorod, 190 Kilometer südlich von St. Petersburg.

Ausstellung konzentriert sich auf militärische Aktivitäten der Nato

Laut Moscow Times gehören zu den Exponaten unter anderem „Trophäen“, die russische Soldaten aus der Ukraine seit Beginn der Invasion in das Nachbarland mitbringen. Zu den Ausstellungsstücken zählen wohl auch eine ukrainische kugelsichere Weste und eine ukrainische Militäruniform mit einem ukrainischen Abzeichen, die als „einzigartige Exponate“ bezeichnet werden, so der Bericht. Sie sollen vom russischen Verteidigungsministerium bereitgestellt worden sein.

Hauptsächlich konzentrieren sich die Macher jedoch auf die militärischen Aktivitäten der Nato, heißt es. So widmen sie die Ausstellung unter anderem der Bombardierung Jugoslawiens 1999 und der Kriege im Irak, in Afghanistan und Syrien sowie den jüngsten Ereignissen in der Ukraine und dem, was auf der Website des Museums als Kiews „Zusammenarbeit mit der Nato“ bezeichnet wird.

„Wir müssen erkennen, dass die Nato und eine Chronik der Grausamkeit genau dasselbe sind“, so der russische Senator Konstantin Kosachev bei einer Eröffnungszeremonie der Moskauer Ausstellung. Die Ausstellung in der russischen Hauptstadt hat nach Angaben des Museums in weniger als zwei Monaten fast 20.000 Besucher empfangen.