Berlin - Kaum ein Wochenende vergeht ohne nächtlichen Polizeieinsatz im Mauerpark. Die Berliner Innenverwaltung bestätigt nun eine Zunahme der Straftaten auf der Grünfläche in Berlin-Prenzlauer Berg. Der CDU-Abgeordnete Stephan Lenz hatte die Verwaltung nach der Sicherheitslage in dem Park gefragt. Diese liefert auch gleich einen möglichen Grund: die Schließung des James-Simon-Parks am Spreeufer Mitte August.

Seit der Schließung des James-Simon-Parks verzeichnete die Innenverwaltung „einen Anstieg von Rohheitsdelikten, insbesondere Raub- und Körperverletzungsdelikten“. Das teilte die stellvertretene Sprecherin Sylvia Schwab auf Anfrage der Berliner Zeitung mit. „Im Juli und August gab es im Mauerpark insgesamt 173 polizeiliche Einsätze, 138 Strafanzeigen wurden gefertigt, davon 38 wegen sonstigem Diebstahls, 37 Strafanzeigen wegen Körperverletzungsdelikten und 14 wegen Raubdelikten.“

„Aggressive Grundstimmung“ im Berliner Mauerpark

Tagsüber ist der Mauerpark eigentlich ein beliebter Ausflugsort für Familien und Erholungssuchende. „In den Abendstunden ist häufig ein Publikumswechsel hin zu erlebnisorientierten Jugendgruppen aus dem gesamten Stadtgebiet feststellbar“, sagt Schwab. Diese hielten sich dann oft bis in die Morgenstunden auf der Grünfläche auf und zeigen „teilweise eine aggressive Grundstimmung“. Steigender Alkoholkonsum verstärke die aufgeladene Atmosphäre.

Um dem Problem zu begegnen, setzt die Innenverwaltung auf vermehrte Polizeistreifen im Mauerpark zwischen Donnerstag und Sonntag. Die Beamten sollen Parkbesuchende gezielt ansprechen und unter anderem den Alkoholkonsum kontrollieren und zu den Auswirkungen aufklären. Eine frühzeitige Polizeipräsenz,„verbunden mit konsequenter Ansprache relevanter Personen und Erteilung von Platzverweisen gegen störende Personen“, trage zu einer positiven Entwicklung im Mauerpark bei, sagt Schwab.