Berlin - Der wissenschaftliche Leiter des Intensivregisters der Fachgesellschaft Divi, Christian Karagiannidis, hat ein Einhalten der beschlossenen Corona-Notbremse angemahnt. „Ich hoffe, die Politik setzt die Beschlüsse um, nach denen die Lockerungen bei einem Inzidenzwert über 100 zurückgenommen werden“, sagte der Mediziner dem Kölner Stadt-Anzeiger.

Berlin steht kurz vor Corona-Notbremse

Der Experte rechnete vor, dass die Lage bei den Intensivpatienten ähnlich wie im Oktober 2020 sei. „Damals gab es bundesweit 3000 Covid-Intensivpatienten. Wenn wir jetzt beim Impfen nachlassen, bei den Lockerungen bleiben und die Inzidenz bis 200 laufen lassen, dann können es 5000 bis 6000 Patienten werden“, sagte Karagiannidis. Das sei in den Kliniken „die absolute Kapazitätsgrenze“.

Angesichts steigender Corona-Infektionszahlen könnte auch Berlin kurz vor der Corona-Notbremse stehen. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt zurzeit bei 94,8. Der Regierende Bürgermeister, Michael Müller (SPD), kritisierte zudem Brandenburgs Sonderweg bei den Corona-Grenzwerten. Das Bundesland hatte nach der letzten Bund-Länder-Konferenz den Richtwert für eine Rücknahme von Lockerungen weniger streng angelegt.