Stuttgart - Knapp 50 Server eines weltweit agierenden Netzwerks von Cyberkriminellen sind mit Hilfe von Spezialisten aus Baden-Württemberg außer Betrieb gesetzt und teilweise beschlagnahmt worden. Die Verantwortlichen des Netzwerks sollen demnach kriminellen Kunden eine mit technischen Anonymisierungsmöglichkeiten ausgestattete IT-Struktur gegen Bezahlung zur Verfügung gestellt haben, wie die Staatsanwaltschaft Stuttgart und das Polizeipräsidium Reutlingen am Dienstag mitteilten. Die Kunden sollen diese für schwere Cyberstraftaten und zur Abwicklung illegaler Geschäfte genutzt haben. Das Netzwerk wurde am Montag außer Betrieb gesetzt.

Der internationalen „Operation Nova“ waren umfangreiche Ermittlungen vorausgegangen, die ihren Ursprung in einem Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft Stuttgart und des Polizeipräsidiums Reutlingen hatten. Cyberspezialisten der Kriminalpolizeidirektion Esslingen ist es gelungen, in die kriminelle IT-Infrastruktur einzudringen und die Spur bis zu den Servern zurückzuverfolgen. In die internationale Zusammenarbeit waren unter anderem die Sicherheitsbehörden Europol und die US-amerikanische Bundespolizei FBI eingebunden.

Bei der Auswertung des Datenmaterials stießen die Cyberspezialisten auf bereits länger andauernde Cyberangriffe gegen Unternehmen. Eine Verschlüsselung der Daten der jeweiligen Unternehmen und damit ein kompletter Ausfall der IT-Systeme stand oft unmittelbar bevor, wie es hieß. Üblicherweise wäre danach Erpressung die Folge. Weltweit konnten rund 250 Unternehmen identifiziert und rechtzeitig gewarnt werden.

Die Auswertung des Datenmaterials sowie die Identifizierung von Verantwortlichen und Nutzern des Netzwerk dauern an.