New YorkRegierungschefs und andere Repräsentanten aus vielen Ländern haben sich bestürzt über den tödlichen Messerangriff in Nizza gezeigt. UN-Generalsekretär António Guterres sagte laut einer Mitteilung, der Angriff sei abscheulich. Er sprach den Familien der Opfer sein Beileid aus und betonte die Solidarität der Vereinten Nationen mit dem französischen Volk und seiner Regierung.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) äußerte sich „tief erschüttert über die grausamen Morde in einer Kirche“. Ähnlich äußerten sich Vertreter der EU, der Nato und vieler europäischer Länder. Papst Franziskus erklärte: „Terrorismus und Gewalt dürfen niemals akzeptiert werden.“

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier verurteilte den Anschlag von Nizza als „Akt abscheulicher Gewalt“. „Die Grausamkeit, mit der die Täter vorgegangen sind, ist schockierend“, erklärte Steinmeier. Der Gewalt und den offenbar islamistischen Motiven müsse mit aller Entschiedenheit entgegengetreten werden. „Zugleich dürfen wir uns die Logik des Hasses und der Spaltung nicht aufzwingen lassen, die jene antreibt, die solche Taten begehen und zu ihnen anstiften.“

Trudeau: Mörder repräsentiert nicht Islam

Die Türkei verurteilte nach tagelangen diplomatischen Spannungen mit Frankreich ebenfalls den „grausamen“ Angriff. EU-Ratspräsident Charles Michel verteidigte angesichts des mutmaßlich islamistischen Anschlags das Recht auf freie Meinungsäußerung. „Meinungs- und Gedankenfreiheit sind Bestandteil unserer demokratischen Prozesse“, sagte er nach einem EU-Videogipfel mit Kanada. „Wir müssen (...) all diejenigen bekämpfen, die diese Grundwerte gefährden wollen“, so Michel.

Kanadas Premierminister Justin Trudeau verurteilte in der gemeinsamen Video-Pressekonferenz „diese inakzeptablen terroristischen Anschläge“. Nichts rechtfertige die Gewalt, aber zugleich müsse anerkannt werden, dass „diese Mörder in keiner Weise den Islam oder Muslime repräsentieren.“

Saudi-Arabien verurteilte den Angriff der staatlichen Nachrichtenagentur SPA zufolge: „Solche extremistischen Taten stehen im Widerspruch zu allen Religionen und allem menschlichen Glauben“, teilte das Außenministerium demnach mit. Zugleich sei es wichtig, „Verhaltensweisen“ abzulehnen, die zu Hass, Gewalt und Extremismus führen, so das Ministerium. Am französischen Konsulat im saudi-arabischen Dschidda wurde am Donnerstag ein Sicherheitsbeamter angegriffen und leicht verletzt. 

Kirchen für friedliches Miteinander 

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Heinrich Bedford-Strohm erklärte: „Der feige Anschlag in einer Kirche trifft alle Religionen ins Mark, die sich für ein friedliches Zusammenleben einsetzen.“ Er dürfe die „Normalität des friedlichen Miteinanders von Millionen Christen und Muslimen nicht überdecken“.

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Georg Bätzing, zeigte sich „entsetzt“ und „sprachlos“. „Erneut wird bei unseren französischen Nachbarn offensichtlich Hass zwischen den Religionen geschürt“, sagte Bätzing einer Mitteilung zufolge. „Gemeinsam müssen wir in Europa der Ideologie der Gewalttäter und ihrem Versuch der gesellschaftlichen Destabilisierung widerstehen“, so Bätzing.

Seehofer: Auch Deutschland ist bedroht

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) sagte: „Auch in Deutschland besteht die Gefahr durch den islamistischen Terrorismus unverändert fort – das hat uns erst kürzlich der Mord von Dresden auf schmerzliche Weise wieder vor Augen geführt.“ Dort waren am 4. Oktober zwei Männer Opfer einer Messerattacke geworden, einer von ihnen starb.

Über den Angriff in Frankreich zeigte sich Seehofer bestürzt: „Erneut sind unsere Freunde innerhalb kürzester Zeit von mutmaßlich islamistischen Verbrechern angegriffen worden. Mein Mitgefühl gilt allen Opfern und Hinterbliebenen.“ Er sagte weiter: „Wir stehen Frankreich solidarisch zur Seite und setzen unseren gemeinsamen Kampf gegen den Islamismus mit aller Entschiedenheit fort. Unsere gemeinsamen Werte verteidigen wir im engen Schulterschluss mit unseren europäischen und internationalen Partnern.“