Berlin - Das Auswärtige Amt spricht internen Dokumenten zufolge bereits seit dem Frühjahr von „untragbaren Zuständen“ im Flüchtlingslager Moria auf der griechischen Insel Lesbos. Das zeigen Berichte, die die Transparenzplattform FragDenStaat in Folge einer Anfrage nach dem Informationsfreiheitgesetz (IFG) erhielt.

Demnach schrieb die Deutsche Botschaft im April 2020 an das Auswärtige Amt in Berlin: „Die Inseln sind weiterhin völlig überfüllt bei untragbaren Zuständen.“ Die Botschaft informiert das Amt laut FragDenStaat seit mehreren Jahren immer wieder über die Situation in Lagern für Flüchtlinge in Griechenland.

Den Satz mit den „untragbaren Zuständen“ schrieb die Botschaft demzufolge in diesem Jahr bereits mehrfach an das Ministerium in Deutschland - „über Monate hinweg bis zur Gegenwart“, so die Plattform. Verbände und Organisationen wie Ärzte ohne Grenzen (MSF) kritisieren die Situation auf Lesbos bereits seit längerer Zeit. Der Soziologe Jean Ziegler, der Vizepräsident des Beratenden Ausschusses des UNO-Menschenrechtsrats war, sagte 2019 unter Verweis auf die gleichlautende Aussage eine MSF-Mitarbeiterin: „Die Zustände dort gleichen denen in einem Konzentrationslager“.