Madrid - In Spanien ist die Sieben-Tage-Inzidenz am Freitag auf 199 gestiegen - nahezu der Wert von 200, ab dem Deutschland ein Land zum Corona-Hochinzidenzgebiet erklären kann. So erging es am Freitag Zypern, das erst vergangenen Sonntag zum Risikogebiet erklärt worden war und nun wegen mehr als 200 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen zum Hochinzidenzgebiet wird. Damit gilt eine Quarantänepflicht für alle Rückkehrer, die nicht vollständig geimpft oder genesen sind.

Spanien wird ab Sonntag bereits als Risikogebiet eingestuft. Nun droht dem beliebtesten Urlaubsland der Deutschen ein ähnliches Schicksal wie Zypern. Für das stark von Tourismus abhängige Land hätte das schwere wirtschaftliche Konsequenzen. Die spanische Regierung bezweifelt allerdings, dass die Orientierung an den Infektionszahlen der richtige Weg ist.

Tourismusministerin María Reyes Maroto sagte, die Inzidenz als Gradmesser für das Risiko verliere angesichts der hohen Impfrate und der niedrigen Zahl an Corona-Patienten in den Krankenhäusern an Bedeutung. Spanien liege bei der Zahl der vollständig Geimpften mit 47,8 Prozent noch vor Deutschland (43,7). Auch die Todesrate sei niedriger als in Deutschland.