Berlin Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hat auf die anhaltenden Verstöße gegen die Menschenrechte von Sportlern in Belarus reagiert. Das IOC suspendierte provisorisch mehrere Mitglieder des Nationalen Olympischen Komitees des Landes - darunter auch Alexander Lukaschenko, Präsident von Belarus und Vorsitzender des Nationalen Olympischen Komitees (NOK).

Lukaschenko wurde von allen Aktivitäten und Events des IOC, auch von den Olympischen Spielen ausgeschlossen. Die Führung des Nationalen Olympischen Komitees von Belarus (Weißrussland) um Lukaschenko habe Athleten nicht ausreichend vor politischer Diskriminierung innerhalb der Sportorganisationen des Landes geschützt, sagte IOC-Präsident Thomas Bach am Montag. Lukaschenko führt das NOK seit 23 Jahren. Auch sein Sohn Viktor wurde vorläufig vom IOC suspendiert. „Die Exekutive wird die Lage in Belarus weiter beobachten und womöglich weitere Maßnahmen ergreifen oder je nach Entwicklung auch die Suspendierung wieder aufheben“, sagte Bach.

Lukaschenko, autokratisch regierender Staatspräsident von Belarus, ist in seinem Land sehr umstritten und war nach seiner Wiederwahl im Sommer gewaltsam gegen Demonstranten vorgegangen.

Das IOC stellte vorerst alle finanziellen Zuwendungen für das NOK von Belarus ein. Nur die Zahlungen an die Athleten für die Vorbereitung auf Olympia in Tokio und die Winterspiele 2022 in Peking sollen weiter fließen und direkt an die Sportler gehen. 1200 Vertreter des Sports von Belarus hatten eine Erklärung gegen den Präsidenten und für Neuwahlen unterschrieben.

In der Kritik steht auch die für 2021 geplante Eishockey-Weltmeisterschaft mit Belarus als Co-Gastgeber. Laut Bach hat der Eishockey-Weltverband IIHF ein Verfahren gegen den Verbandschef von Belarus eingeleitet und muss nun über das weitere Vorgehen entscheiden.