Schwere Sandstürme im Irak haben den Flugverkehr beeinträchtigt und Berichten zufolge bei Dutzenden Menschen zu Atembeschwerden geführt. Wie die britische Zeitung The Guardian berichtete, wurden sowohl am Flughafen der Hauptstadt Bagdad sowie in Nadschaf im Süden Flüge wegen der schlechten Sicht ausgesetzt.

Im Internet machten Fotos und Videos die Runde, die eine große Sandwolke westlich von Bagdad zeigen sollen. Laut der Agentur INA, die Bilder einer in dicken orangeroten Dunst gehüllten Hauptstadt veröffentlichte, waren fünf Provinzen des Landes von dem Sturm betroffen.

Bei mehreren Menschen habe der Sand Atembeschwerden verursacht. Krankenhäuser in Nadschaf berichteten von mindestens 63 Patienten, die wegen Atembeschwerden eingeliefert wurden. Im Westen und in der Mitte des Landes war von Dutzenden Fällen die Rede.

Sandstürme sind im Irak keine Seltenheit. Vor allem im Sommer kommt es im Wüstengebiet zu starken Nordwestwinden, die über die Auen der Flüsse Tigris und Euphrat wehen. Die Staubpartikel verschlechtern die Luftqualität deutlich. Bereits im April war der Irak von schweren Sandstürmen betroffen – Dutzende Menschen wurden ins Krankenhaus eingeliefert. Grund für das immer häufigere Vorkommen der Stürme sind Dürren und anhaltende Trockenheit. Erst kürzlich hatte ein Beamter des Umweltministeriums davor gewarnt, dass dem Irak in den kommenden Jahrzehnten „272 Tage Staub“ pro Jahr bevorstehen könnten.

In Berlin trat im März und April vermehrt das Wetterphänomen des Saharastaubs auf. Es sorgte tagelang für spektakuläre Bilder mit einem gelb-rötlichen Himmel und viel Dreck. In Spanien färbten die Unmengen von Staub aus der Sahara weite Teile des Landes gelb, orange und rot. Verantwortlich war ein Phänomen, das in Spanien „calima“ oder auch „iluvia de sangre“ („Blutregen“) genannt wird, weil es normalerweise von Niederschlägen begleitet wird. Auch in Spanien sank die Qualität der Luft drastisch.