WashingtonDer amtierende US-Präsident Donald Trump hat den Abzug weiterer US-Truppen aus Afghanistan und dem Irak angeordnet. Bis zum 15. Januar werde die Zahl der Soldatinnen und Soldaten auf jeweils etwa 2500 reduziert, sagte der geschäftsführende Verteidigungsminister Christopher Miller. Der Teilabzug würde damit unmittelbar vor der Vereidigung des gewählten US-Präsidenten Joe Biden am 20. Januar umgesetzt.

Das Verteidigungsministerium machte keine Angaben dazu, wie viele US-Soldaten derzeit noch in Afghanistan und im Irak stationiert sind. Dem Sender CNN zufolge sind es noch 4500 US-Soldaten in Afghanistan und 3000 im Irak. Miller erklärte, die USA träten in eine neue Phase im Kampf gegen den internationalen Terrorismus ein. 

Die USA hatten mit den Taliban Ende Februar ein Abkommen unterzeichnet, das den schrittweisen Rückzug aller US- und Nato-Streitkräfte bis Ende April 2021 in Aussicht stellte. Die Taliban verpflichteten sich im Gegenzug zu Friedensgesprächen mit der Regierung in Kabul, die im September aufgenommen wurden. Der Prozess geriet im Streit um Verfahrensfragen jedoch ins Stocken.

Afghanistan: Rund 1000 deutsche Soldaten

Anfang August hatten die USA ihre Nato-Verbündeten darüber informiert, ihre Truppen bis Ende November von damals rund 12.000 auf unter 5000 reduzieren zu wollen. Mitte September hatte Trump dann erklärt, dass die Truppenstärke auf weniger als 4000 gesenkt werden solle. Knapp vier Wochen vor der US-Wahl Anfang November kündigte Trump auf Twitter an, dass die Soldaten bis Weihnachten zurück in den USA sein sollten.

Der Krieg in Afghanistan ist der längste in der Geschichte der USA. Seit 2001 sind US-amerikanische Soldaten in dem Land. Nach den Anschlägen vom 11. September 2011 waren von den USA angeführte Truppen dort einmarschiert. Derzeit sind rund 1000 Soldaten der Bundeswehr im Norden Afghanistans stationiert. Das aktuelle Mandat des Bundestags sieht den Einsatz von bis zu 1300 vor.

Maximal 500 deutsche Soldaten im Irak

Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg hatte am Montag betont, dass das Bündnis den Einsatz zur Ausbildung, Beratung und Unterstützung der afghanischen Sicherheitskräfte fortsetzen werde. Zugleich gilt, dass die Nato den Einsatz bei einem vollständigen US-Rückzug beenden müsste, weil die übrigen Alliierten militärisch offiziellen Angaben zufolge nicht in der Lage sind, ihn alleine fortzuführen.

Den Einsatz deutscher Soldaten im Irak im Rahmen einer internationalen Koalition gegen den sogenannten Islamischen Statt hatte der Bundestag Ende Oktober um weitere 15 Monate verlängert. Maximal 500 Soldaten dürfen in dem Land eingesetzt werden.