Iran: Besuch von Regierungssprecher löst Protest von Studenten in Uni aus

Dutzende Studenten versammelten sich vor der Rechtsfakultät der Allameh Tabatabai-Universität in Teheran und beschimpften den hochrangigen Gast. 

Unscharfe Bilder von Zeugenvideos zeigen den Studenten-Protest auf dem Gelände der Allameh Tabatabai-Universität. 
Unscharfe Bilder von Zeugenvideos zeigen den Studenten-Protest auf dem Gelände der Allameh Tabatabai-Universität. AFP/UGC

Während des Besuchs eines Regierungssprechers in einer Universität in Teheran haben am Dienstag Dutzende Studierende auf dem Gelände demonstriert. Die staatliche Nachrichtenagentur Irna berichtete, „rund 90“ Studenten hätten sich vor der Rechtsfakultät der Allameh Tabatabai-Universität in der Hauptstadt versammelt, während Regierungssprecher Ali Bahadori-Jahromi eine Rede bei einer Konferenz gehalten habe.

Die Demonstrierenden hätten „unangemessene und unmoralische Parolen“ skandiert, berichtete Irna weiter, ohne den Wortlaut zu zitieren. Laut Zeugenvideos hätten einige den Regierungsbeamten als „Arschloch“ beschimpft. Nach der Rede habe der Regierungssprecher „die demonstrierenden Studenten getroffen und mit ihnen diskutiert“, hieß es weiter. Den Anlass für die Demonstration nannte Irna nicht.

Der Iran wird seit Wochen von Massenprotesten erschüttert, die sich am Tod der jungen Kurdin Mahsa Amini entzündet hatten. Die 22-jährige war am 16. September in Teheran ums Leben gekommen, nachdem sie von der Sittenpolizei festgenommen worden war. Sie hatte ihr Kopftuch angeblich nicht vorgeschriftsgemäß getragen.

Iran macht die USA für „Unruhen“ verantwortlich

In den vergangenen Wochen fanden eine Reihe von Demonstrationen in Universitäten und Schulen in verschiedenen Städten des Landes statt. Die iranische Führung wirft dem Westen und vor allem den USA vor, die „Unruhen“ zu schüren.

Laut der Nachrichtenagentur Irna kritisierte Bahadori-Jahromi persischsprachige Medien mit Sitz im Ausland, die instrumentalisiert würden, um auf Teheran „Druck auszuüben“. „Einige Länder sind bereit, ihr eigenes Geld zu geben, um ein Medium in Persisch zu gründen (...), um Druck auf uns auszuüben“, sagte er demnach.

Zuvor hatte Innenminister Ahmad Wahidi Saudi-Arabien, dem Rivalen des Iran in der Region, vorgeworfen, einige dieser Medien zu unterstützen, wie Irna berichtete.

Am Montag hatte der Chef der iranischen Revolutionsgarden, Hossein Salami, Riad vor jeglicher „Einmischung“ in die Angelegenheiten der Islamischen Republik gewarnt. Die offizielle Website der Revolutionsgarden, „Sepah News“, zitierte seine Warnung an die Führung des Königreichs Saudi-Arabien: „Ihr mischt Euch über diese Medien in unsere Angelegenheiten ein, Ihr solltet wissen, dass Ihr verletzbar seid.“