Iran kritisiert Scholz und warnt Berlin vor „langfristigen Schäden“

„Provokativ, einmischend und undiplomatisch“: So nennt der Sprecher des iranischen Außenministeriums die Äußerungen des Kanzlers zu den Geschehnissen im Iran.

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD).
Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD).dpa/Michael Kappeler

Teheran hat Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) wegen dessen anti-Iran Bemerkungen scharf kritisiert und Berlin vor „langfristigen Schäden“ gewarnt. „Die Bemerkungen des deutschen Kanzlers waren provokativ, einmischend und undiplomatisch“, sagte Außenamtssprecher Nasser Kanaani am Sonntag. Eine historische Beziehung zu sabotieren könnte „langfristige Schäden“ anrichten, daher sollte Berlin gegenüber dem Iran verantwortungsbewusster und achtungsvoller vorgehen. „Wir empfehlen der Bundesregierung, zurück zur Besonnenheit zu finden, um weitere Verwirrungen in den bilateralen Beziehungen zu vermeiden“, so der Sprecher laut Webseite des iranischen Außenministeriums.

Scholz hatte die iranische Führung angesichts der schweren Menschenrechtsverletzungen im Land scharf kritisiert. „Was sind Sie für eine Regierung, die auf die eigenen Bürgerinnen und Bürger schießt? Wer so handelt, muss mit unserem Widerstand rechnen“, sagte er in seinem am Samstag veröffentlichten Videopodcast.