Aliresa Akbari: Iran richtet britisch-iranischen Ex-Politiker hin

Der britisch-iranische Ex-Politiker Aliresa Akbari wurde im Iran wegen Spionagevorwürfen zum Tode verurteilt. Nun ist er tot. 

Ein undatiertes, von der Nachrichtenagentur Khabar Online zur Verfügung gestelltes Bild zeigt den ehemaligen iranischen Stellvertreter des Verteidigungsministers, den britisch-iranischen Staatsbürger Aliresa Akbari, bei einem Interview in Teheran.
Ein undatiertes, von der Nachrichtenagentur Khabar Online zur Verfügung gestelltes Bild zeigt den ehemaligen iranischen Stellvertreter des Verteidigungsministers, den britisch-iranischen Staatsbürger Aliresa Akbari, bei einem Interview in Teheran.imago/Zuma

Der Iran hat einen britisch-iranischen Ex-Spitzenpolitiker wegen Spionagevorwürfen hingerichtet. Wie das Justizportal Misan mitteilte, wurde Aliresa Akbari am Samstag getötet. Demnach war Akbari wegen „Korruption“ und „Gefährdung der inneren und der äußeren Sicherheit des Landes wegen der Weitergabe von Informationen“ an das Vereinigte Königreich verurteilt worden. Iranischen Medien zufolge soll er hohe Positionen im Verteidigungsbereich des Irans innegehabt haben und früher unter anderem stellvertretender Verteidigungsminister gewesen sein.

Großbritannien und die USA forderten Stopp der Hinrichtung

Wie die britische Nachrichtenseite BBC berichtet, hatte das Vereinigte Königreich den Iran aufgefordert, die Hinrichtung zu stoppen und Akbari sofort freizulassen. Am Freitag warnte der britische Außenminister James Cleverly, dass „der Iran seine brutale Hinrichtungsdrohung nicht wahr machen darf“. „Dies ist ein politisch motivierter Akt eines barbarischen Regimes, das keine Rücksicht auf Menschenleben nimmt“, twitterte Cleverly am Mittwoch.

Der Iran hat diese Woche ein Video von Herrn Akbari veröffentlicht, das offenbar erzwungene Geständnisse zeigt. Der persischsprachige Ableger von BBC – BBC Persian – veröffentlichte am Mittwoch eine Audiobotschaft von Akbari, in der er sagte, er sei gefoltert und gezwungen worden, vor der Kamera Verbrechen zu gestehen, die er nicht begangen habe.

Die Vereinigten Staaten schlossen sich indes der Forderung an, Akbari nicht zu exekutieren. 

Justiz verurteilte bereits 18 Menschen zum Tode

Misan Online hatte in dieser Woche unter Berufung auf eine Erklärung des iranischen Geheimdienstministeriums berichtet, Akbari sei wegen der „Bedeutung seiner Position“ ein wichtiger Spion für den britischen Geheimdienst MI6 geworden.

Die staatliche Zeitung im Iran veröffentlichte Anfang 2019 ein Interview mit Akbari, den sie als „ehemaligen stellvertretenden Verteidigungsminister“ während der Präsidentschaft von Mohammad Chatami von 1997 bis 2005 bezeichnete.

Im Dezember waren im Iran vier Menschen wegen des Vorwurfs der Zusammenarbeit mit Israel hingerichtet worden.

Im Iran gibt es seit Monaten Proteste. Auslöser war der Tod der 22-jährigen Kurdin Mahsa Amini. Sie war Mitte September von der Sittenpolizei festgenommen worden, weil sie gegen die strenge Kleiderordnung für Frauen verstoßen haben soll. Tausende Menschen wurden im Zusammenhang mit den Demonstrationen festgenommen. Zudem verhängte die Justiz 18 Todesurteile.