Iran: Tote und Dutzende Verletzte nach Brand in Gefängnis

Nach einem Großbrand im berüchtigten Evin-Gefängnis in Teheran melden die iranischen Behörden mindestens vier Tote und mehr als 60 Verletzte․ In dem Gefängnis sind politische Gefangene inhaftiert - auch Teilnehmer der jüngsten Proteste․

Ein Bild vom Ewin-Gefängnis in der iranischen Hauptstadt Teheran nach dem Brand von Samstagnach
Ein Bild vom Ewin-Gefängnis in der iranischen Hauptstadt Teheran nach dem Brand von SamstagnachAFP/IRNA

Nach dem Brand im berüchtigten Ewin-Gefängnis in der iranischen Hauptstadt Teheran haben die Behörden die ersten Toten gemeldet. Mindestens vier Gefangene seien ums Leben gekommen und Dutzende weitere Inhaftierte zudem verletzt worden, meldete die staatliche Nachrichtenagentur Irna am Sonntag.

Die Umstände wurden von offizieller Seite zunächst nicht weiter beschrieben. Menschenrechtsorganisationen und Kritiker hatten bereits in der Nacht Opfer in der Haftanstalt befürchtet.

Im Ewin-Gefängnis im Norden Teherans sitzen zahlreiche politische Gefangene und auch Demonstranten, die dort wegen ihrer Teilnahme an den systemkritischen Protesten der vergangenen vier Wochen inhaftiert sind. Auch Doppelstaatler, die neben der iranischen auch eine weitere Staatsbürgerschaft haben, sind in Ewin inhaftiert.

Am Samstag waren nach Angaben von Augenzeugen in Teheran in der Haftanstalt mehrere Explosionen zu hören. Nach einem Konflikt sei es zudem zu einem Brand gekommen. Nach offizieller iranischer Darstellung soll es sich um einen internen Konflikt in dem Gefängnis handeln. Die Angaben ließen sich jedoch nicht unabhängig überprüfen.

Auf tausendfach in den sozialen Medien geteilten Videos waren chaotische Bilder rund um das Gefängnis zu sehen. Viele Angehörige der Inhaftierten eilten aus Sorge zum Ort des Geschehens.