Irland: Explosion an Tankstelle tötet zehn Menschen

Durch die heftige Detonation stürzten zudem zwei Wohngebäude ein, die Fassade eines dritten Gebäudes wurde zerstört. Die Ursache ist noch unklar.

Rettungskräfte suchen in den Trümmern nach Überlebenden. 
Rettungskräfte suchen in den Trümmern nach Überlebenden. AFP/Paul Faith

Durch eine Explosion an einer Tankstelle im Nordwesten Irlands ist die Zahl der Todesopfer auf zehn gestiegen. Wie die Polizei am Samstag mitteilte, wurden durch die Explosion im Bezirk Donegal acht Menschen verletzt, die ins Krankenhaus eingeliefert wurden. Die Suche nach möglichen weiteren Opfern am Ort der Explosion in der Ortschaft Creeslough dauere an. Zu den Ursachen machten die Behörden zunächst keine Angaben.

Die Explosion am Freitag zerstörte nach Polizeiangaben einen Tankstellenplatz sowie Teile einer nahe gelegenen Wohnanlage. Zwei zweistöckige Wohngebäude stürzten ein und die Fassade eines dritten, angrenzenden Gebäudes wurde zerstört. Neben Einsatzteams der Polizei und Feuerwehr waren auch Hubschrauber der Küstenwache im Einsatz sowie Rettungskräfte aus Nordirland.

Ein Anwohner sagte der BBC, die Explosion habe sich wie eine „Bombe“ angehört. Landwirtschaftsminister Charlie McConalogue, der den Nordosten Donegals im irischen Parlament vertritt, verglich die Bilder mit den Ereignissen während des Nordirland-Konflikts. „Die Szenen von dem Ereignis erinnern an die Bilder der Unruhen vor Jahren“, sagte der Minister dem irischen Sender RTE. Der 400-Einwohner-Ort Creeslough liegt etwa 50 Kilometer von der Grenze zu Nordirland entfernt.

Irlands Regierungschef Micheal Martin dankte den Einsatzkräften und sprach den Opfern und ihren Angehörigen seine Anteilnahme aus. Die Menschen „auf der ganzen Insel“ seien von „demselben Gefühl des Schocks und der völligen Verwüstung überwältigt“ angesichts dieses „tragischen Verlustes an Menschenleben“, erklärte er.

Auch Irlands Präsident Michael D. Higgins zeigte sich in einer Erklärung „schockiert“. Diese Tragödie sei „ein furchtbarer Schlag für eine Gemeinschaft, die eng miteinander verbunden“ sei und in der jeder Verlust und jede Verletzung „von jedem Mitglied der Gemeinschaft und weit darüber hinaus empfunden“ werde, betonte er.