Rom - Die Polizei in Süditalien hat einen mutmaßlichen Terrorhelfer identifiziert, der die Attentäter der Anschläge 2015 in Paris auf die Konzerthalle Bataclan und das Fußballstadion Stade de France unterstützt haben soll. Es gab damals insgesamt 130 Todesopfer. Der 36 Jahre alte Algerier wird unter anderem beschuldigt, den Angreifern falsche Papiere mitbesorgt zu haben. Wie die Ermittler in Bari, der Hauptstadt der Region Apulien, am Montag mitteilten, war der Mann bereits wegen ähnlicher Taten festgenommen und zu einer Haftstrafe verurteilt worden.

Demnach wird er verdächtigt, zu einem internationalen Netz von IS-Unterstützern zu gehören, die Terroristen mit Dokumenten versorgen und ihnen anderweitig logistisch helfen. Auch Verwandte des Mannes seien in dem Netz dabei gewesen, hieß es.

Polizei will Abtauchen mit Haftbefehl verhindern

Nach Angaben der italienischen Nachrichtenagentur Ansa wäre die aktuelle Haftstrafe des 36-Jährigen in Bari im Sommer 2021 abgelaufen. Mit dem nun erlassenen neuen Haftbefehl solle auch ein mögliches Abtauchen danach verhindert werden. Die Sicherheitsbehörden sprachen von einem Ermittlungserfolg, der gemeinsam mit französischen und belgischen Stellen gelungen sei. Unter anderem sei abgefangene Handy-Kommunikation ausgewertet worden.

Islamistische Extremisten hatten am 13. November 2015 ein Massaker in der Konzerthalle Bataclan in Paris angerichtet sowie Bars und Restaurants beschossen. Am Stade de France im Vorort Saint-Denis, wo Deutschland an dem Tag gegen Frankreich spielte, sprengten sich Selbstmordattentäter in die Luft.