Der italienische Gesundheitsminister Roberto Speranza. 
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RomDie italienische Regierung erwägt, Covid-19-Patienten zwangsweise in Krankenhäuser einweisen zu lassen. Konkret gehe es nach italienischen Medienberichten um Patienten, die durch falsches Verhalten neue Ansteckungen auslösen können. Dazu sagte der italienische Gesundheitsminister Roberto Speranza der Zeitung La Repubblica: „Ich erwäge mit meinen Juristen die Möglichkeit einer zwangsweisen medizinischen Behandlung in Fällen, in denen eine Person behandelt werden muss und sich weigert.“

Hintergrund ist der Fall eines Covid-19-Patienten in Venetien, der nach Angaben der Zeitung trotz Fiebers und eines positiven Tests zunächst kein Krankenhaus aufsuchte. Der Unternehmer sei Ende Juni von einer Balkanreise zurückgekehrt. Er wird nach Behördenangaben für einen Corona-Ausbruch mit mehreren Positiven und Dutzenden Quarantäne-Fällen in der Stadt Vicenza verantwortlich gemacht, schreibt die dpa.

Der Mittsechziger wurde Anfang Juli nach einer Verschlechterung schließlich doch noch in ein Krankenhaus gebracht und kam auf die Intensivstation.