Potsdam - Experten des Kampfmittelbeseitigungsdienstes (KMBD) haben von Januar bis Ende November 2020 285 Tonnen Kampfmittel in Brandenburg gefunden. Wie das Innenministerium am Montag in einer vorläufigen Bilanz mitteilte, konnte trotz mehrwöchiger Unterbrechungen im Zuge der Corona-Krise mehr Sprengstoff als im Vorjahr entdeckt und unschädlich gemacht werden. Dabei handelte es sich unter anderem um 260 Minen, 90.221 Granaten, 453 Brand- und 1322 Sprengbomben über 5 Kilogramm.

Auf rund 92 Hektar bestehe nun kein Kampfmittelverdacht mehr. Dennoch sei Brandenburg weiterhin das Bundesland mit dem höchsten Anteil munitionsbelasteter Gebiete in Deutschland. Für rund 350.000 Hektar zivil genutzter Fläche bestehe im Land Kampfmittelverdacht. Schwerpunkte sind nach den Angaben Oranienburg, Potsdam, die Oder-Neiße-Linie und der Bereich südlich Berlins.

Laut einer im Dezember mit der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben geschlossenen Vereinbarung stellt der Bund bis 2035 rund 229 Millionen Euro zur verstärkten Kampfmittelräumung auf bundeseigenen Liegenschaften bereit. Das Land wendete bis Ende November insgesamt 12,9 Millionen Euro auf: 7,5 Millionen Euro für die Beseitigung von Kampfmitteln und 5,4 Millionen Euro für Personal- und Sachkosten.