Ein Rettungswagen der Feuerwehr während einer Einsatzfahrt (Symbolbild).
Foto:  Andreas Friedrichs/Imago

BerlinDie Berliner Feuerwehr veröffentlicht am Montag ihre Jahresbilanz für 2019. Feuerwehrchef Karsten Homrighausen und Innensenator Andreas Geisel (SPD) stellen die Zahlen vor. Erwartet wird, dass besonders die Zahl der Krankentransporte und Rettungseinsätze wie bereits in den Vorjahren gestiegen sind. Im Jahr 2018 hatte es 463.977 Einsätze gegeben. Dabei ging es zumeist um Rettungseinsätze, bei denen Brände keine Rolle spielten. Nur bei rund 7500 Einsätzen rückte die Feuerwehr aus, um Flammen zu löschen.

Seit 2009 steigen die Einsatzzahlen bei der Berliner Feuerwehr Jahr für Jahr an. Vor allem, weil die Stadt wächst und immer häufiger Sanitäter und Notärzte gerufen werden. Viele dieser Einsätze sind nach Einschätzung der Feuerwehr aber unnötig.

Besonders abends und am Wochenende alarmierten die Menschen die Retter wegen Bagatell-Verletzungen oder leichteren Krankheiten. Dabei müssten die Notfallsanitäter der Feuerwehr eigentlich nur bei lebensgefährlichen oder sehr schweren Verletzungen anrücken.

Außerdem hat die Berliner Feuerwehr im vergangenen Jahr 211 Übergriffe gegen ihre Leute gezählt. 35 Feuerwehrleute wurden dabei verletzt. 2019 sei zum ersten Mal eine derartige Statistik geführt worden, sagte Feuerwehrchef Karsten Homrighausen. „Es kann nicht sein, dass wir bespuckt, beleidigt und bedroht werden.“

Aus den 211 Übergriffen gingen laut der Statistik 100 Strafanzeigen bei der Polizei hervor. Bislang gebe es dazu 15 bis 20 konkrete juristische Verfahren. Allein 23 Übergriffe ereigneten sich an Silvester. Als mögliche Gründe nannte Homrighausen eine Enthemmung etwa durch Alkohol und die Anonymität der Großstadt.

Innensenator Andreas Geisel (SPD) sagte, er sei erschüttert. „Das ist in keiner Weise zu entschuldigen.“ Diese Übergriffe gebe es leider in allen Bundesländern, wie seine Amtskollegen berichten würden. „Dagegen muss der Staat mit aller Kraft und Härte vorgehen.“