Berlin - Die Fernsehzuschauer kennen Christine Urspruch als Rechtsmedizinerin Silke Haller aus dem Münsteraner „Tatort“ an der Seite der Ermittler Thiel (Axel Prahl) und Professor Boerne (Jan Josef Liefers). Alle drei Charaktere streiten in der beliebten Serie gerne darum, wer recht hat. 

Und auch hinter den Kulissen scheint es ab und zu auch mal etwas zu knirschen. Christine Urspruch hat jedenfalls verraten, was Jan Josef Liefers pro „Tatort“-Folge verdient und damit Ungleichbehandlung angemahnt. In der Bild-Sendung „Jetzt reden Vier“ antwortet Urspruch, gefragt nach Liefers’ Honorar pro Ausgabe: „Über 100.000. Vielleicht schreibt er mir jetzt auch: Christine, du bist ein Idiot. Aber das ist mir egal. So viel kriege ich nicht.“

Urspruch machte in der Talkshow, die schon vor einigen Tagen das erste Mal gezeigt wurde, im Netz aber noch verfügbar ist, auf die schwierige Situation der Menschen in der Kunstszene während der Corona-Krise aufmerksam. Auch auf die Ungleichheit in der Schauspieler-Szene wies sie hin. Sie habe ebenfalls Soforthilfe während der Pandemie beantragt, erklärte sie. Bis der Antrag aber bewilligt worden sei, habe es aber gedauert, so Urspruch.

Christine Urspruch: „Ich müsste mehr auf die Barrikaden gehen“

Darauf wird Christine Urspruch gefragt, woran es denn liege, dass sie nicht so viel verdiene wie Jan Josef Liefers. Ihre Antwort: „Nun ja, das ist so eine Mann-Frau-Geschichte, auch in unserer Branche. Die Gehälter sind noch längst nicht angeglichen.“ Viel hänge von den Verhandlungen mit den „Tatort“-Machern ab.  „Ich müsste mehr auf die Barrikaden gehen“, so Urspruch.

Liefers mischte sich zuletzt in den Debatte um den richtigen Umgang mit der Corona-Pandemie in Deutschland ein. Er machte ein Praktikum auf einer Covid-Intensivstation, wofür er zwar Lob, aber auch Kritik bekam. Trotz seiner Erfahrungen im Krankenhaus kritisierte er darauf die Impfkampagne der Bundesregierung. Er sagte: „Ich weiß natürlich auch, dass wir Leute, die sich gegen eine Impfung entscheiden, massiv unter Druck setzen. Mir ist nicht ganz klar, warum wir das tun.“ In Deutschland gebe es nun mal keine Impfpflicht, darauf habe sich die Regierung geeinigt, so Liefers.

„Leute bis an den Rand der Erpressung unter Druck zu setzen und ihnen zum Teil finanzielle und berufliche Nachteile mitzugeben, das ist für mich unverständlich. Zumal wir eine Impfquote haben, die offensichtlich sehr viel höher ist“, erklärte der Schauspieler weiter. Er selbst sei geimpft, habe sich diese Entscheidung aber nicht leicht gemacht.