New York - Zu Beginn der 1970er-Jahre wurde die Welt in vielen Wohngemeinschaftszimmern zu Jazz. Wer sich in seiner musikalischen Sozialisation bis dahin mit den verschiedenen Varianten des Pop, Rock und Folk abgegeben hatte, geriet mit der Band Return to Forever in eine neue Klangwelt, die dabei war, den sogenannten Jazzrock überhaupt erst hervorzubringen. Wobei die Gattungsbezeichnung Rock etwas irreführend war. Der 1941 in Chelsea, Massachusetts geborene Chick Corea betrieb mit seinen Bandkollegen Stanley Clarke (Bass), Joe Farrell (Saxofon) und Airto Moreira (Schlagzeug) eine klangliche Feinmalerei, die das gewohnt Kantige des Jazz in eine bis dahin kaum vernommene Sanftheit tauchte.

Zu diesem neuen Klanggefühl trug maßgeblich Moreiras Ehefrau bei, die brasilianische Sängerin Flora Purim, die Return to Forever einen kräftigen Schuss Latino-Sound verlieh, der bereits durch Carlos Santana wichtige Einflüsse auf die Rockmusik der frühen Jahre ausgeübt hatte. Fusion, also der Mix verschiedener traditioneller Einflüsse, wurde zum Zauberwort der Zeit, und Chick Corea gehörte neben dem Gitarristen John McLaughlin zu den treibenden Kräften des Cross-over-Gedankens.

Lesen Sie doch weiter

Erhalten Sie unbegrenzt Zugang zu allen Online-Artikeln der Berliner Zeitung für nur 9,99 € im Monatsabo.

Jetzt abonnieren

Sie haben bereits ein Abo? Melden Sie sich an.

Doch lieber Print? Oder das E-Paper? Hier geht’s zum Abo Shop.