Sanaa - Bei einem Brand in einem Migrantenlager in der jemenitischen Hauptstadt Sanaa sind medizinischen Kreisen zufolge mehr als 80 Menschen ums Leben gekommen. 150 Menschen wurden verletzt, die meisten schwebten in Lebensgefahr, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Mittwoch.

Die Ursache des Brands am Sonntag in der Einrichtung, in der Migranten festgehalten wurden, blieb zunächst unklar. Im Internet kursierte ein Video, das Szenen nach dem Brand zeigen soll. In einem ausgebrannten Raum liegen mehrere verkohlte Leichen teils übereinander am Boden.

„Dies ist nur eine der vielen Gefahren, denen Migranten in den vergangenen sechs Jahren des Jemen-Konflikts ausgesetzt gewesen sind“, erklärte Carmela Godeau, Direktorin der Internationale Organisation für Migration (IOM) für den Nahen Osten und Nordafrika. Die Betroffenen würden mit Lebensmitteln versorgt.

Zehntausende Afrikaner brechen jedes Jahr in den Jemen auf

Im Jemen kämpft ein von Saudi-Arabien geführtes Militärbündnis an der Seite der Regierung gegen die vom Iran unterstützten Huthi-Rebellen. Trotz des Krieges brechen jedes Jahr Zehntausende Afrikaner in den Jemen auf, unter anderem, um von dort auf der Suche nach Arbeit in Richtung der reichen Golfstaaten zu reisen. Allein im Januar zählte die IOM die Ankunft von 2500 Migranten aus Äthiopien und Somalia.

Der Weg zum erhofften Job etwa in Saudi-Arabien ist lebensgefährlich und voller Risiken. Auf dem Golf von Aden, den die Migranten von Somalia oder Dschibuti aus in Richtung Jemen überqueren, sind bewaffnete Banden und Schmuggler unterwegs. Die Migranten werden dem UN-Flüchtlingshilfswerk zufolge misshandelt, ausgeraubt und vergewaltigt – Frauen wie Männer. In der kargen Wüste im Grenzgebiet zu Saudi-Arabien toben zudem häufig Gefechte.