Berlin -  Nach der Zulassung des Corona-Impfstoffes von Johnson & Johnson erwartet Bundesgesundheitsminister Jens Spahn nicht sofort Lieferungen. Der CDU-Politiker sagte am Donnerstag in den ARD-Tagesthemen: „Die Wahrheit ist, dass frühestens Mitte, Ende April mit Lieferungen zu rechnen ist nach Angaben von Johnson & Johnson.“ Nun wolle man genau wissen, woran das liege, warum andere Länder beliefert würden und ob die Europäische Union möglichst bald dran sein könne. Die Gespräche führe die Europäische Kommission.

Der Impfstoff wird in den USA abgefüllt – dort herrscht faktisch ein Exportstopp für Corona-Impfstoffe. Spahn sagte, man habe es auch bei Medikamenten und Tests in den letzten zwölf Monaten immer wieder erleben müssen, dass „bestimmte Produkte die USA nicht verlassen haben“. „Dies finde ich problematisch, auch im Miteinander in der transatlantischen Partnerschaft.“ Dies müsse man nun mit den Partnern besprechen. Jetzt müsse man mit der Situation erst einmal umgehen und dafür sorgen, dass es mehr Produktionen in Deutschland und Europa gebe – auch des Impfstoffes von Johnson & Johnson.

Die Europäische Kommission hatte den Einsatz des Impfstoffes von Johnson & Johnson in der Europäischen Union am Donnerstag genehmigt. Die Kommission folgte einer Empfehlung der EU-Arzneimittelbehörde EMA, die das Vakzin eingehend geprüft hatte. Es ist der vierte in der EU zugelassene Impfstoff gegen Covid-19.