Berlin - Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und RKI-Chef Lothar Wieler haben sich über die aktuelle Entwicklung in der Corona-Krise erleichtert gezeigt. Es sei möglich, die Sieben-Tage-Inzidenz am Wochenende auf unter 60 zu bringen, sagte Spahn. Doch für umfangreiche Lockerungen seien die Zahlen noch zu hoch. „Wenn wir jetzt öffnen, verspielen wir den Erfolg, den wir erreicht haben“, so Spahn.  

Nach den Bund-Länder-Beschlüsse wird der Lockdown bis zum 7. März verlängert. Spahn stellte aber in Aussicht, dass regional weitere Lockerungen möglich seien, wenn die Zahlen dort stark sinken. Dennoch: Die Grenzen nach Tschechien und Tirol dichtzumachen, sei ein schmerzhafter Schritt gewesen, betonte der Minister. Durch die Mutationen wurde in Tschechien aber eine Inzidenz von 500 oder 1000 gemessen.

3,8 Millionen in Deutschland geimpft

Er machte weiter Hoffnung: Die Selbsttests seien kurz vor der Zulassung. Die Studien zur Selbsttestungen im Herbst seien positiv verlaufen. „Wir haben 3,8 Millionen Impfungen, das sind schon über drei Prozent der Bevölkerung . 1, 5 Prozent haben die Zweit-Impfung bekommen“, zählte Jens Spahn auf.  

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) will Sanktionen gegen Menschen prüfen, die sich bei Impfungen gegen das neue Coronavirus unrechtmäßig vordrängeln. Es gehe darum, ob Sanktionen Sinn machen könnten, sagte Spahn am Freitag in Berlin. Das sei im Bundestag im Rahmen des Gesetzgebungsverfahrens zu prüfen. Das Infektionsschutzgesetz kenne bereits Sanktionen, angefangen bei Bußgeldern.

In mindestens neun Bundesländern sind bereits Menschen gegen das Coronavirus geimpft worden, die noch gar nicht an der Reihe waren. Dabei kamen etwa Kommunalpolitiker, Geistliche sowie Feuerwehrleute und Polizisten zum Zuge, obwohl sie nicht der ersten Prioritätsgruppe angehören. Solche Fälle seien kein gutes Beispiel von Solidarität, sagte Spahn.

RKI-Chef Wieler zeigte sich zufrieden mit der Corona-Lage in Deutschland: „Die Lage auf den Intensivstationen stabilisiert sich, ist aber weiter angespannt. Wir sind auf einen guten Weg, auch wenn das Virus durch die Mutationen einen Boost bekommen hat.“ Die harten Corona-Maßnahmen hätten dazu geführt, dass auch andere Infektionskrankheiten wie Grippe, Masern oder Durchfallerkrankungen auf einen Tiefpunkt gesunken sind, so Wieler. Normalerweise hätte es zu Jahresanfang bis zu 1000 Grippefälle in der Woche gegeben. Jetzt seien es 20 bis 30 pro Woche.