Moskau - 84 Jahre alt war Alligator Saturn, als er im Mai im Zoo von Moskau starb. Ein „beachtliches Alter“, wie der Tierpark damals in seiner Mitteilung vermerkte. Doch die bewegte Geschichte des rund dreieinhalb Meter langen Mississippi-Alligators geht noch mal weiter. Das Tier wird ausgestopft und künftig für Zuschauer im Darwin-Museum der russischen Hauptstadt als Teil einer Dauerausstellung zu sehen sein.

Saturn wurde nach offiziellen Angaben im Jahr 1936 in den USA geboren und kam schon bald nach Deutschland. Er soll zum Privatbesitz des deutschen Diktators Adolf Hitler gehört haben und lebte im Berliner Zoo. Doch während eines Bombenangriffs am 23. November 1943 gelang es dem Tier auszubrechen. Erst im Jahr 1946 wurde er von britischen Soldaten wiederentdeckt. Wie er die Jahre dazwischen verbracht hatte, ist unklar.

Die britischen Soldaten übergaben Saturn den russischen Behörden, die ihn nach Moskau brachten, wo er die letzten fast 75 Jahre seines Lebens in Frieden verbrachte. Wie bereits in Deutschland verbreitete sich auch in Moskau die Legende, dass Saturn der Alligator Adolf Hitlers gewesen sei. Dokumente, die diesen Besitz belegen können, gibt es allerdings nicht.

Ein bisschen müssen sich die Moskauer aber noch gedulden, ehe sie Saturn zu Gesicht bekommen. In Russland sind die Museen wegen der Corona-Pandemie noch bis zum 16. Januar geschlossen.