Im Verleumdungsprozess zwischen Johnny Depp und Amber Heard hat die Verteidigung der Schauspielerin den Hollywood-Star aufgefordert, Verantwortung für sein Fehlverhalten zu übernehmen. „Er hat jedem auf der Welt die Schuld zugeschoben: Seinem Agenten, seinem Manager, seinem Anwalt, Amber, seinen Freunden“, sagte Heards Verteidigerin Elaine Bredehoft am Freitag vor Gericht im Bezirk Fairfax im US-Bundesstaat Virginia an die sieben Mitglieder der Jury gewandt. „Noch nie hat er für irgendetwas in seinem Leben Verantwortung übernommen. Aber wir fordern Sie dazu auf, ihn dazu zu zwingen, Verantwortung zu übernehmen.“

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Amber Heards Anwältin Elaine Bredehoft

Es gebe „überwältigende Beweise für Missbrauch“, sagte Heards Verteidiger Benjamin Rottenborn. „Herr Depp kann einfach nicht beweisen, dass er Amber nicht mindestens einmal missbraucht hat.“ Ein Urteil gegen Heard sei zudem eine niederschmetternde Botschaft für Missbrauchsopfer auf der ganzen Welt, sagte Rottenborn - „dass, egal was man als Missbrauchsopfer macht, man immer noch mehr machen muss“.

Depps Anwältin: „Heard für ihre Lügen zur Rechenschaft ziehen“

Zuvor hatte Depps Verteidigerin Camille Vasquez Amber Heard Lügen und falsche Anschuldigungen vorgeworfen. „Sie hat sein Leben ruiniert, indem sie der Welt fälschlicherweise gesagt hat, Opfer häuslicher Gewalt durch Herrn Depp geworden zu sein“, sagte Vasquez. Die Geschworenen könnten dem 58-jährigen „Fluch der Karibik“-Star „sein Leben zurückgeben“, indem sie klarstellten, dass Depp nicht die ihm zur Last gelegten Taten begangen habe und indem sie „Frau Heard für ihre Lügen zur Rechenschaft ziehen“.

Die im Prozess vorgelegten Beweise hätten gezeigt, dass Heard und nicht Depp in der Beziehung gewalttätig gewesen sei, sagte die Anwältin. „Sie war gewalttätig, sie war misshandelnd, sie war grausam.“

Prozess zwischen Depp und Heard dauerte sechs Wochen

Im Anschluss wurde am Freitag noch ein letzter Austausch beider Seiten vor Gericht erwartet, bevor der Fall an die Jury übergeben werden sollte. Ein Urteil könnte dann jederzeit fallen. Der Zivilprozess zwischen den Ex-Eheleuten Depp und Heard läuft bereits seit sechs Wochen.

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Johnny Depp spricht mit seiner Verteidigerin.

In seiner Zivilklage hält Depp seiner Ex-Frau vor, in einem 2018 von der Washington Post veröffentlichten Kommentar zum Thema häusliche Gewalt falsche Aussagen gemacht zu haben. Dies habe seinem Ruf geschadet. Wegen Verleumdung klagt Depp auf rund 50 Millionen Dollar (gut 46 Millionen Euro) Schadenersatz, Heard hat eine Gegenklage auf 100 Millionen Dollar eingereicht. Depp hat in dem Verfahren mehrfach betont, nie körperliche Gewalt gegen Heard angewandt zu haben. Heard behauptet das Gegenteil.

Die beiden Schauspieler hatten sich 2009 bei den Dreharbeiten zu dem gemeinsamen Film „The Rum Diary“ kennengelernt. 2015 heirateten sie, doch nach 15 Monaten Ehe reichte Heard die Scheidung ein.