Die Regeln für Impfungen mit dem Corona-Vakzin von Johnson & Johnson haben sich geändert. Ab sofort gilt man mit einer Dosis nicht mehr wie bisher als vollständig geimpft. Damit haben die rund 3 Millionen Menschen in Deutschland, die gemäß der entsprechenden Vorschriften einmal mit Johnson & Johnson geimpft wurden, ihren bisherigen Impfstatus verloren. Seit vergangenen Freitag gelten sie erst nach einer zweiten Dosis eines anderen Impfstoffs als grundimmunisiert. Die neue Regelung wurde zunächst im Internet auf der Seite des Paul-Ehrlich-Instituts veröffentlicht.

Das Ärzteblatt schreibt dazu: „Sonderregeln, wonach bei dem Impfstoff von Johnson & Johnson eine Dosis als vollständige Impfung anerkannt wurde, entfallen.“ Das Bundesgesundheitsministerium teilt weiter mit: „Personen, die mit dem Impfstoff von Johnson & Johnson geimpft wurden, müssen zwei weitere Impfdosen erhalten, um als geboostert zu gelten“.

Die Ständige Impfkommission (Stiko) hat die Empfehlung für mit Johnson & Johnson Geimpfte ebenfalls aktualisiert. Bislang galt, dass eine Impfdosis mit Johnson & Johnson genüge, um eine ausreichende Schutzwirkung gegen Covid-19 zu entfalten. Das ist nun anders. Alle Personen ab 18 Jahren, die eine erste Impfstoffdosis des Mittels von Johnson & Johnson erhalten haben, sollten ihre Grundimmunisierung mit einer zweiten Impfstoffdosis ab vier Wochen nach der ersten Injektion erhöhen. Dabei wird eine Kreuzimpfung mit den mRNA-Impfstoffen von Biontech/Pfizer oder Moderna empfohlen.

Von einer Auffrischimpfung spricht die Stiko zudem erst, wenn eine weitere Impfdosis von Biontech/Pfizer oder Moderna verabreicht wird. Der Abstand zur vorherigen Impfung soll mindestens drei Monate betragen. Insgesamt wird man also dreimal geimpft: Einmal mit Johnson & Johnson, zweimal mit einem mRNA-Impfstoff. Der Grund: Die Stiko sieht den Impfschutz durch Johnson & Johnson als ungenügend an. In den Zulassungsstudien von 2021 galt das Mittel zunächst zu rund 65 Prozent wirksam, um Covid-19 zu verhindern. „Aktuelle Studien deuten jedoch darauf hin, dass für den Janssen-Impfstoff im Unterschied zu den anderen Impfstoffen eine vergleichsweise geringe Impfstoffwirksamkeit gegenüber der Delta-Variante besteht“, heißt es auf der Homepage des Robert-Koch-Instituts (RKI). Zudem seien die meisten Impfdurchbrüche bei mit Johnson & Johnson Geimpften aufgetreten.

Wie hoch der Impfschutz von Johnson & Johnson bei Omikron ausfällt, ist noch unklar. Daten lägen bislang nicht vor, steht im offiziellen und Mitte Januar aktualisierten Aufklärungsmerkblatt zur Impfung mit Vektorvakzinen. Es könne jedoch davon ausgegangen werden, dass „nach Verabreichung einer Auffrischimpfung (dritte Impfstoffdosis) eine erheblich verbesserte Schutzwirkung gegenüber einer symptomatischen und schweren Infektion mit der Omikron-Variante vorliegt“.