Berlin - Der Modedesigner Wolfgang Joop sorgt mit seinen Aussagen zu dem Missbrauch von Models weiter für Aufregung. Und legt nach. Der Bild-Zeitung sagte Joop: „Die Dinge, die ich da anspreche, sind nun mal passiert. Ich befürworte diese Vorfälle nicht“. Aber: „Die Models wollten Geld verdienen und dazugehören. Da war es doch besser, Kontakt mit reichen Männern zu haben, als an der Supermarktkasse sitzen zu müssen.“ Joop hatte zuvor in einem Spiegel-Interview gesagt, die frühere Modewelt sei „wunderbar frivol und frigide“ gewesen. Und weiter: „Alles war käuflich. Die Agenturen gaben die Schlüssel zu den Zimmern der Models, die nicht so viel Geld brachten, an reiche Männer. Und wenn sich ein Mädchen beschwerte, hieß es: Wir können auch auf dich verzichten.“

Joop wird nun im Netz die „Verherrlichung von Gewalt und Demütigung von Frauen“ vorgeworfen. Die Berliner Familienrechtlerin Asha Hedayati kritisiert zudem, dass der Spiegel bei den entscheidenden Aussagen von Joop nicht weiter nachgefragt habe. Die „misogyne Aussage“ sei so stehen gelassen worden. Die Anwältin: „Was für eine eklige Verharmlosung von Vergewaltigung.“

Am Sonntagabend gab Wolfgang Joop dann ein öffentliches Statement bei Instagram ab. Er wolle sich bei all denen entschuldigen, die er mit seinen Aussagen verletzt oder verärgert habe. Er habe auf die Korruption und Frivolität der Branche der 70er- und 80er-Jahre hingewiesen, deren Bestandteil bedauerlicherweise auch der respektlose und missbräuchliche Umgang mit Models gewesen sei. Seine Aussage der Sünde in der Modewelt sei im Kontext deplatziert gewesen. Er lehne jegliche Form von Machtmissbrauch und Gewalt damals wie auch heute zutiefst ab.