Berlin - Im vergangenen Jahr verhinderte der Lockdown den Aufmarsch der Judenhasser in Berlin. In diesem Jahr wird er höchstwahrscheinlich wieder stattfinden: der Al-Quds-Marsch. Wie die Polizei auf Anfrage der Berliner Zeitung bestätigte, hat die Quds AG für den 8. Mai die antisemitische Protestaktion angemeldet. Der Veranstalter erwartet bis zu 2000 Teilnehmer, sagte ein Sprecher der Polizei. 

Die Demonstranten wollen zwischen 14.30 Uhr bis 18.30 Uhr vom Adenauer Platz in Charlottenburg bis zum Wittenbergplatz in Schöneberg marschieren. An der Kreuzung Kurfürstendamm/Joachimsthaler Straße soll eine Zwischenkundgebung abgehalten werden. Anschließend soll es über die Tauentzienstraße weiter Richtung Wittenbergplatz gehen. Die Polizei rechnet mit antisemitischen Parolen und judenfeindlichen Transparenten. 

Al-Quds-Marsch: Glorifizierung der Terrororganisation Hisbollah

Dass der Aufzug im vergangenen Jahr abgesagt wurde, bezeichnete Innensenator Andreas Geisel (SPD) damals als „gute Nachricht für Berlin“. Geisel erklärte: „Eine der widerlichsten antisemitischen Veranstaltungen bleibt uns allen erspart.“ Die Absage erfolgte am selben Tag wie das Verbot der radikalislamischen Terrororganisation Hisbollah durch den Bundesinnenminister Horst Seehofer. Symbole der Hisbollah tauchten in den vergangenen Jahren auf den Al-Quds-Märschen immer wieder auf.

Am Al-Quds-Tag, der am Ende des muslimischen Fastenmonats Ramadan begangen wird, ruft der Iran jährlich zur Eroberung Jerusalems auf. Beim sogenannten Al-Quds-Marsch in Berlin wurde in den vergangenen Jahren stets die Vernichtung Israels gefordert. Redner verbreiteten auf der von Gegendemonstrationen begleiteten Veranstaltung antisemitische Hetze. Al Quds ist der arabische Name für Jerusalem.