Polizisten in Hamburg bei einer Kundgebung gegen Polizeigewalt. 
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HamburgDer Jugendvorsitzende der Polizeigewerkschaft GdP, Niels Sahling, wehrt sich in einem Interview mit dem Digital-Magazin „jetzt“ der Süddeutschen Zeitung gegen den Vorwurf, bei der Polizei würden Rechtsextreme und Rassisten arbeiten. Der 30-Jährige ist neben seiner Funktion als Gewerkschafter auch Streifenpolizist in Hamburg. In Bezug auf die Drohmail-Affäre in Hessen sagte Sahling dem Magazin, dass man sich zwar schäme, „wenn es zu Überschreitung der Verhältnismäßigkeit kommt“. 

Wenn er aber lese, „dass Kollegen Mails an Landtagsabgeordnete in Hessen mit der Unterschrift ‚NSU 2.0‘ geschickt haben sollen“, sei er „erst einmal vorsichtig. Häufig kommt raus, dass die Mails nicht von den Kollegen kommen, sondern von Fake-Accounts“. Sollten sich die Vorwürfe bestätigen, sei „Schämen“ aber „schlicht der falsche Ausdruck. Solche Leute haben nichts bei uns in der Polizei verloren“, so Sahling weiter.

Zum immer wiederkehrenden Vorwurf, die Polizei in Deutschland würde Racial Profiling betreiben, sagte der GdP-Jugendvorsitzende: „Wenn ich von Menschen zum Bahnhof gerufen werde, weil es dort Ärger geben soll, dann kontrolliere ich alle Menschen gleichermaßen.“ Wenn ihm vom Anrufer aber gesagt werde, „da würden dunkelhäutige Menschen dealen, kontrolliere ich eben jene, die der Beschreibung des Anrufers entsprechen“.

Grundsätzlich bleibe er dabei: „Wir haben keine rassistischen Tendenzen bei uns in der Polizei.“