Berlin - Ein gebürtiger Syrer bekommt viel Zuspruch auf LinkedIn für einen Post, in dem er von seinem Aufstieg berichtet. Loay Lahham freut sich: „Ich kann es laut sagen: ICH HABE ES GESCHAFFT“. Er habe sein drittes Staatsexamen absolviert und sei zudem eingebürgert worden. 

Sechs Jahre zuvor habe er sein Pharmaziestudium an der Damaskus Universität in Syrien wegen des Krieges abbrechen müssen. Er habe in Deutschland von Beginn an die Sprache gelernt bis er sein Studium der Pharmazie an der Freien Universität in Berlin wieder habe aufnehmen können. Dies sei „gar nicht so leicht“ gewesen „in einer völlig neuen Welt mit neuer Sprache“. Finanziert habe er sein Studium durch Bafög.

Auf den Post haben bereits mehr als 3400 Nutzer reagiert (Stand Donnerstagmittag). Der Nutzer Robert Nutsch schreibt: „Menschen wie Sie, sind eine Bereicherung für Deutschland, in jeder Hinsicht.“ Caroline Kemps de Escalante kommentiert: „Ich freue mich für Sie!!!! Sie haben Großartiges geleistet und können sehr stolz auf sich sein. Vielen Dank auch, dass Sie so nette Worte für Deutschland gefunden haben und so positive. Herzlich Willkommen noch einmal“. Die Kommentare sind durchweg positiv. 

Statistisches Bundesamt: Flüchtlingszahlen nur leicht gestiegen

Unterdessen hat das Statistische Bundesamt über die Zahl der Menschen, die in Deutschland Schutz vor Krieg oder Verfolgung suchen, informiert. Sie sei im Corona-Jahr 2020 nur leicht auf knapp 1,86 Millionen gestiegen. Das entspreche einem Zuwachs von einem Prozent und sei der geringste Anstieg seit 2011, teilte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Mittwoch mit. „Diese Entwicklung dürfte auch auf die Reisebeschränkungen im Zuge der Corona-Pandemie zurückgehen“, hieß es. Ein Jahr zuvor hatte der Zuwachs demnach noch bei drei Prozent gelegen. 

Schutzsuchende sind Ausländerinnen und Ausländer, die sich unter Berufung auf völkerrechtliche, humanitäre oder politische Gründe in Deutschland aufhalten. Das Ausländerzentralregister (AZR) registrierte im letzten Jahr 68.000 eingereiste und 41.000 ausgereiste Schutzsuchende, was einem Nettozuwachs von 27.000 entspricht.

583.000 Syrer verfügen über anerkannten Schutzstatus

Unter allen Schutzsuchenden waren Ende 2020 rund 216.000 Menschen mit offenem Status, über ihren Asylantrag war also noch nicht rechtskräftig entschieden. Diese Zahl sank den Angaben zufolge um 19 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Der Rückgang sei sowohl auf die Abarbeitung anhängiger Asylverfahren als auch auf den weiteren Rückgang von Anträgen zurückzuführen, erklärte das Bundesamt.

Über einen anerkannten Schutzstatus verfügten 1,4 Millionen Menschen, drei Prozent mehr als im Vorjahr, die meisten von ihnen kamen aus Syrien (583.000) gefolgt von Afghanistan (150.000).

Die Zahl der Schutzsuchenden mit Duldung stieg im Vergleich zu 2019 um 31.000 (plus 17 Prozent). Dieser Anstieg hänge auch damit zusammen, „weil freiwillige Ausreisen oder Abschiebungen aufgrund der Corona-Pandemie nicht oder nur erschwert möglich waren“.

Darüber hinaus lebten hierzulande 243.000 ausreisepflichtige Schutzsuchende, deren Asylgesuch abgelehnt wurde oder die ihren Schutzstatus verloren haben. Das waren 14 Prozent mehr als Ende 2019.