Pristina - In einem erneuten Anlauf ist die populäre Juristin Vjosa Osmani zur Präsidentin des Kosovo gewählt worden. Mit 71 Stimmen der 82 anwesenden Abgeordneten des Parlaments in Pristina habe die 38-Jährige die Wahl gewonnen, stellte Parlamentspräsident Glauk Konjufca am Sonntagabend fest. Am Sonnabend war die Wahl am Boykott der Opposition und der serbischen Minderheit gescheitert, bei einem erneuten Scheitern hätten erneut vorgezogene Neuwahlen gedroht.

Nach einer mehrstündigen Blockade war die Parlamentssitzung auf Sonntag verschoben worden. Das Scheitern im ersten Anlauf war ein Rückschlag für den neuen kosovarischen Regierungschef Albin Kurti.

Kurtis links-nationalistische Partei Vetevendosje („Selbstbestimmung“) hatte bei der Wahl Mitte Februar einen Erdrutschsieg gefeiert und die absolute Mehrheit im Parlament nur knapp verfehlt. Er zählt zu einer neuen Generation von Politikern, die auf eine Ablösung der alten Garde im 1,8 Millionen Einwohner zählenden Kosovo dringt. Diese hatte die Politik der ehemaligen serbischen Provinz seit deren Unabhängigkeitserklärung dominiert. Wie Kurti tritt Osmani für die Bekämpfung der Korruption ein.