Madrid - Die spanische Justiz hat am Freitag grünes Licht für die erneute Einführung einer Corona-Ausgangssperre in mehreren Großstädten Kataloniens gegeben. Die Einschränkungen können ab diesem Wochenende in allen Städten mit mehr als 5000 Einwohnern verhängt werden, wenn dort in den vergangenen sieben Tagen mehr als 400 Fälle pro 100.000 Einwohner registriert wurden, teilte der Oberste Katalanische Gerichtshof mit. Die Ausgangssperre darf demnach bis zum 23. Juli von 1 Uhr nachts bis 6 Uhr morgens angeordnet werden.

Auch mehrere Dutzend Gemeinden sind von der Maßnahme betroffen. Bereits in der vergangenen Woche verhängte Katalonien wegen eines Anstiegs der Fallzahlen neue Restriktionen: Seit dem Wochenende sind Clubs dort bereits wieder geschlossen, Open-Air-Veranstaltungen können nur mit Corona-Tests der Besucher stattfinden.

Ausgangssperren, geschlossene Clubs und Open-Air-Veranstaltungen mit Test 

Andere Regionen haben ähnliche Maßnahmen ergriffen oder ziehen diese in Betracht. In der südöstlichen Region Valencia gilt bereits eine nächtliche Ausgangssperre von 1 Uhr bis 6 Uhr. Die nördliche Region Navarra plant eine ähnliche Maßnahme.

Die Delta-Variante hatte in den vergangenen Wochen zu einem exponentiellen Anstieg der Infektionen geführt. Am Donnerstag erreichte die Inzidenz in Spanien 501 Fälle pro 100.000 Einwohner innerhalb von 14 Tagen - in Katalonien lag sie sogar bei 1107 Fällen pro 100.000 Einwohner. Die Inzidenz bei den 20- bis 29-Jährigen war besonders hoch; Viele der Jungen sind noch nicht geimpft oder nur teilweise.

Verschärfte Auflagen in Frankreich an der Grenze zu Spanien

Auch in der französischen Region Pyrénées-Orientales im Grenzgebiet zu Spanien wurden die Corona-Auflagen verschärft: In der touristischen Mittelmeer-Region südlich der Stadt Narbonne muss im Freien wieder eine Maske getragen werden. Ausnahmen gibt es für Strände und größere Naturgebiete, wie die Behörden mitteilten.

Im französischen Grenzgebiet zu Spanien war die Zahl der Corona-Neuinfektionen zuletzt massiv angestiegen, die Sieben-Tage-Inzidenz stieg sprunghaft auf 257 pro 100.000 Einwohnern. Das ist mehr als das Fünffache des landesweiten Durchschnitts in Frankreich. Für das ganze Land hatte Präsident Emmanuel Macron am Montag eine Impfpflicht für das Gesundheitspersonal und eine Testpflicht für Nicht-Immunisierte in Restaurants oder Einkaufszentren ab August angekündigt.