Bei der Explosion einer Granate vor einem Wohnblock in der umkämpften ukrainischen Hauptstadt Kiew sind fünf Menschen verletzt worden. Das zehnstöckige Gebäude im nordwestlichen Bezirk Swjatoschyn wurde schwer beschädigt und alle Fenster zerstört, wie AFP-Journalisten am Sonntag vor Ort berichteten. Feuerwehrleute brachten eine ältere Frau und einen Mann mit Gesichtsverletzungen zu einem Krankenwagen.

Zwei ausgebrannte Autos standen in dem von Trümmern bedeckten Innenhof, in dem sich auch ein Spielplatz befindet. Die „Luftangriffe des Feindes“ hätten fünf Menschen verletzt, erklärte Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko im Messengerdienst Telegram. Sechs Menschen seien aus dem Wohnblock gerettet worden, sagte zudem eine Sprecherin des Rettungsdienstes.

Das Viertel Swjatoschyn liegt nur wenige Kilometer von der Stadt Irpin entfernt, um die seit Tagen heftige Kämpfe toben. „Meine Schwester stand auf dem Balkon, als es passierte, und wäre fast getötet worden“, sagte die 30-jährige Anna, eine Bewohnerin des Blocks. Sie rief die Nato auf, eine Flugverbotszone über der Ukraine einzurichten.

In der vergangenen Woche hatten bereits mehrere russische Angriffe Wohnblöcke getroffen. Dabei wurden insgesamt mindestens sieben Menschen getötet.

Der russische Vormarsch auf Kiew ist allerdings weitgehend zum Stillstand gekommen. Moskaus Streitkräfte sind im Nordwesten und Osten in sporadische Kämpfe verwickelt, haben sich aber seit zwei Wochen kaum bewegt.