Berlin - Sex gegen Geld, körperliche Nähe und Befriedigung als Dienstleistung. Der vor allem in der Politik geführte Streit darüber, ob Prostitution verboten werden sollte, ist in Zeiten von Corona wieder neu entflammt. Offenbar halten die allermeisten Deutschen aber wenig von einem solchen Verbot. Laut einer aktuellen Umfrage haben sich 77 Prozent der Befragten dagegen ausgesprochen. Sex als Dienstleistung soll demnach weiterhin erlaubt sein.

Im Vorfeld der SWR-Sendung „Mal ehrlich ... Sex gegen Geld: Gehört das verboten?“ hat das Meinungsforschungsinstitut Infratest Dimap im Auftrag des Südwestrundfunks (SWR) eine repräsentative Umfrage zu der Verbotsdiskussion durchgeführt. Das Ergebnis: 77 Prozent der Befragten sind gegen ein Verbot von käuflichen Sexleistungen. „Ein Stimmungsbild, das sich durch alle Altersgruppen, soziale Schichten und geografische Zuordnungen zieht“, teilte der Sender mit.

Kolumnistin der Berliner Zeitung diskutiert im SWR Bürgertalk

Die größte Bereitschaft für ein generelles und bundesweites Verbot gibt es demnach bei der Gruppe der Menschen mit einem geringen monatlichen Haushaltsnettoeinkommen von unter 1500 Euro. 20 Prozent der Befragten in dieser Gruppe würden es begrüßen, wenn die Bordelle dauerhaft geschlossen blieben; 69 Prozent wären dagegen. Infratest Dimap hatte Ende April 2021 insgesamt 1.178 wahlberechtigte Bürger und Bürgerinnen zu dem Thema befragt.

Mit dem Thema beschäftigt sich der „SWR Bürgertalk“ am Mittwoch, 5. Mai 2021, ab 22 Uhr in der Alten Feuerwache Mannheim. Moderator Florian Weber spricht mit Sexarbeitern und Sexarbeiterinnen, Kunden und Kundinnen und weiteren Gästen.

Mit dabei ist am Mittwochabend auch Hanna Lakomy, die als Kolumnistin für die Berliner Zeitung schreibt.