BerlinKurz vor der Halbzeit des Teil-Lockdowns hat Berlins Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci kein schnelles Ende der Corona-Einschränkungen in Aussicht gestellt.  

Sie sieht aber durchaus Erfolge: „Berlin macht das gut. Der Anstieg der Sieben-Tages-Inzidenz innerhalb einer Woche betrug am 21. September 75 Prozent. Heute liegt dieser Anstieg bei 3 Prozent“, sagte die SPD-Politikiern am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. „Aber es gibt absolut keinen Grund für Entwarnung. Denn die Zahl der Neuinfektionen ist weiterhin erschreckend hoch.“

Seit Anfang November und noch bis Ende des Monats gelten in Berlin wie in anderen Teilen Deutschlands weitreichende Beschränkungen. „Wichtig ist mir, dass wir die gelernte Kontaktminimierung länger beibehalten – vor allem über Weihnachten und Neujahr hinaus“, sagte Kalayci. „Ich fürchte, dass uns ein harter Winter bevorsteht. Denn Kontakte von Menschen in geschlossenen Räumen befördern die Ausbreitung des Virus.“

Auch aus Sicht des Berliner Senats gibt es noch keinen Anlass zur Entwarnung. „Zwar kann man vorsichtig optimistisch sein, dass sich die Infektionszahlen zumindest nach heutigem Stand stabilisieren, wenn auch auf hohem Niveau“, sagte Senatssprecherin Melanie Reinsch am Donnerstag. „Eine Entwarnung ist das jedoch nicht. Das sieht man auch an der Auslastung in den Krankenhäusern.“

Für kommenden Montag sind Beratungen der Ministerpräsidenten mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zur Corona-Pandemie geplant. Bei ihrer Schalte Ende Oktober hatten sie sich auf den Teil-Lockdown verständigt. Unter anderem sind Museen, Theater, Opern, Konzerthäuser, Schwimmbäder, Kosmetik- und Tattoostudios geschlossen. Restaurants dürfen Speisen nur außer Haus anbieten.

In Berlin lag die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz laut dem Corona-Lagebericht am Mittwoch bei 187,3. Der Wert gibt die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen an, als kritischer Schwellenwert gilt 50. 268 Covid-19-Patienten wurden auf Intensivstationen versorgt, was einer Auslastung der dortigen Betten mit diesen Erkrankten von 21,7 Prozent entspricht – die kritische Marke liegt bei 25. Die Reproduktionszahl rangiert mit 0,74 weiter im unproblematischen Bereich. Dieser R-Wert zeigt an, wie viele Menschen durchschnittlich von einem Erkrankten infiziert werden.