„Kanalratte“: Türkischer Präsident zeigt Wolfgang Kubicki wegen Beleidigung an

Die Bezeichnung des türkischen Präsidenten als Kanalratte sei „unerhört“. Der Islam lehne derartige Beleidigungen ab. Kubicki verweist auf lustigen Kinderfilm.

Ratte Remy, der Star aus dem Film Ratatouille.
Ratte Remy, der Star aus dem Film Ratatouille.imago

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat Wolfgang Kubicki angezeigt. Der FDP-Vize hatte Erdogan in Zusammenhang mit der türkischen Flüchtlingspolitik als Kanalratte bezeichnet. Der Kölner Anwalt Mustafa Kaplan vertritt Erdogan. Er hat Strafanzeige gegen Kubicki wegen Beleidigung und Verleumdung gegen Kubicki gestellt. Das berichtet der Spiegel am Freitagmorgen.

Im anwaltlichen Schreiben heißt es dem Bericht zufolge, bei der Äußerung Kubickis handele es sich um einen „rechtswidrigen Angriff auf die Ehre einer anderen Person“. Damit sei der Straftatbestand der Beleidigung erfüllt. Durch die Bezeichnung des türkischen Präsidenten als „Kanalratte“ habe Wolfgang Kubicki den türkischen Präsidenten als einen Menschen bezeichnet, der als „sittlich verwahrlost, moralisch heruntergekommen und Ekel hervorrufend angesehen wird“. Zudem sei Kubickis Äußerung auch aus religiösen Gründen „unerhört“. Der Islam lehne derartige Beleidigungen ab.

Wolfgang Kubicki hatte seine umstrittene Äußerungen zuletzt verteidigt. So sei die Bezeichnung „Kanalratte“ keine Beleidigung. Dieses Tier sei ein „kleines, niedliches, gleichwohl kluges und verschlagenes Wesen“. So kämen Kanalratten in Kinderfilmen und Spielen wie „Ratatouille“ oder „Kalle Kanalratte“ vor.

Das sieht Erdogans Anwalt anders, er wertet die Aussagen Kubickis als „Schutzbehauptung“. So hätten „Kalle Kanalratte“ und „Ratatouille“ keinen Bezug zur türkischen Geflüchtetenpolitik. Kubicki könne sich hier auch nicht auf Unkenntnis berufen, da er seit Jahrzehnten in namhaften Strafsachen auftrete. Er wisse, dass die Bezeichnung „Kanalratte“ im Bezug auf den türkischen Präsidenten „eine Straftat darstellt“, heißt es in dem Bericht weiter.