Bei einem Bootsunglück vor den Kanarischen Inseln sind womöglich dutzende Migranten ums Leben gekommen. 28 Menschen werden nach dem Untergang ihres Schlauchboots vermisst, wie die spanische Küstenwache am Dienstag mitteilte. 13 Insassen seien gerettet worden.

Das Boot war den Angaben zufolge rund hundert Kilometer vor der Küste der Insel Gran Canaria gesunken. Die spanische NGO Caminando Fronteras erklärte, die 28 Vermissten seien tot. Bei den Überlebenden handele es sich um zwölf Frauen und eine Jugendliche. Am Sonntag waren nach Angaben von Caminando Fronteras bereits 44 Migranten vor der Küste der Westsahara ertrunken.

Von der Westküste Afrikas aus unternehmen viele Migranten den gefährlichen Versuch, über den Atlantik in die EU zu gelangen. Zwischen dem 1. Januar und dem 30. April waren Angaben des spanischen Innenministeriums mehr als 6600 Migranten auf den Kanarischen Inseln eingetroffen, 50 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.

2021 hatten nach Ministeriumsangaben insgesamt mehr als 40.000 Migranten Spanien auf dem Seeweg erreicht. Im selben Jahr kamen nach Angaben von Caminando Fronteras 4404 Migranten bei dem Versuch, per Boot nach Spanien zu gelangen, ums Leben oder gelten als vermisst.