Touristen am Strand auf Gran Canaria.
Foto: AP/Emilio Morenatti

Berlin/Las PalmasDie Kanarischen Inseln sind bislang von der bereits bestehenden deutschen Reisewarnung ausgenommen. Allerdings weist das Auswärtige Amt darauf hin, dass „auch auf den Kanarischen Inseln die Infektionszahlen zuletzt angestiegen“ seien. Am stärksten betroffen sei gegenwärtig Gran Canaria. Am Donnerstag wurden 295 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden auf den Kanaren gemeldet – der bisherige Höchstwert seit dem Corona-Lockdown.

Bisher sind Urlauber und die Tourismusbranche auf den Inseln Teneriffa, Fuerteventura, Gran Canaria, Lanzarote, La Palma, La Gomera und El Hierro verschont geblieben. Doch am Montag wurde auf den Kanaren erstmals der kritische Wert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb der vergangenen sieben Tage überschritten. Am Mittwochnachmittag vermeldete das spanische Gesundheitsministerium einen Wert von 72,91. In solchen Fällen hat das Robert-Koch-Institut (RKI) bisher Regionen zu Corona-Risikogebieten erklärt, was eine Reisewarnung des Auswärtigen Amtes zur Folge hatte.

Die Ministerin für Tourismus, Industrie und Handel der Kanarischen Inseln, Yaiza Castilla, sieht die Gefahr einer deutschen Reisewarnung für die Kanaren als wahrscheinlich an, berichten die „Teneriffa News“. „Ich weiß nicht, was Deutschland tun wird. Wir müssen die epidemiologische Rate in irgendeiner Weise senken, um zu verhindern, dass sie uns in die Liste der gefährdeten Ziele aufnehmen“, sagte sie dem Nachrichtenportal.

Nicht nur auf den Kanaren, sondern auch in Spanien insgesamt steigen die Corona-Zahlen stark an. Laut Daten der Johns Hopkins University vom Donnerstag verzeichnete das Land binnen 24 Stunden knapp 7300 neue Fälle. Noch im Juni – kurz vor Ende des Corona-Notstands mit strengem Lockdown – hatte diese Zahl unter 100 gelegen. Seit Anfang Juli steigt sie aber wieder nahezu konstant. Die Gesamtzahl der nachgewiesenen Ansteckungen mit dem Virus Sars-CoV-2 lag laut der Johns Hopkins University am Donnerstag bei knapp 420.000. Fast 29.000 Menschen starben in Spanien in Verbindung mit einer Corona-Infektion.

Sorgen bereitet vor allem die Situation in Madrid. Auf die Hauptstadt und den Großraum Madrid entfielen zuletzt ein Drittel aller innerhalb eines Tages in ganz Spanien gemeldeten Neuinfektionen – deutlich mehr als 1000 pro Tag.