Sonnenuntergang auf Gran Canaria.
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BerlinDie deutsche Reisewarnung für die Kanaren hat auf den spanischen Atlantik-Inseln große Frustration ausgelöst – und die durch die Corona-Pandemie bedingten Zukunfts- und Existenzängste weiter verstärkt. Die Regionalzeitung „La Provincia“ schrieb auf Seite eins: „Die deutsche Entscheidung versetzt dem Tourismus der Kanaren den Gnadenstoß.“ Die schlimmsten Befürchtungen seien damit wahr geworden. Man müsse schon in den nächsten Wochen die Ansteckungskurve abflachen, wenn man verhindern wolle, dass sich das Desaster des Sommers auch in der Wintersaison wiederhole, so das Blatt.

„Das ist eine sehr schlechte Nachricht für uns, und es ist eine kalte Dusche für die gesamte Tourismusbranche der Kanaren“, sagte Jorge Marichal, Präsident des Hotel- und Beherbergungsverbandes von Teneriffa, La Palma, La Gomera und El Hierro (Ashotel) am Donnerstag einer Mitteilung zufolge.

Die regionale Tourismusministerin Yaiza Castilla bedauerte die Berliner Reisewarnung, „die ohne Zweifel zu einem deutlichen Rückgang der Nachfrage nach Reisen zu den Kanaren“ führen werde. Sie rief die gut 2,1 Millionen Bewohner der Inseln dazu auf, die vorgeschriebenen Schutzmaßnahmen unbedingt einzuhalten. „Man muss sich darüber im Klaren sein, dass jeder zweite Arbeitsplatz bei uns direkt oder indirekt vom Tourismus abhängt.“

Erst diese Woche hatten Ashotel, der Hotelierverband von Gran Canaria (FEHT) und andere regionale Unternehmerverbände gewarnt, ohne Hilfsmaßnahmen seitens der regionalen und nationalen Behörden werde die Arbeitslosenrate auf den Kanaren von zuletzt gut 21 Prozent (zum 30. Juni) auf 40 Prozent in die Höhe schießen.