Kanzler in der Kritik: Scholz bekräftigt sein Ja zur Impfpflicht

Die CDU setzt den Kanzler unter Druck. Ihr laufen die Vorbereitungen einer allgemeinen Impfpflicht zu langsam. Nun nimmt eine Regierungssprecherin Stellung.

Kanzler Olaf Scholz (SPD) bei der ersten Kabinettssitzung in diesem Jahr. 
Kanzler Olaf Scholz (SPD) bei der ersten Kabinettssitzung in diesem Jahr. dpa/Pool/Reuters/Hannibal Hanschke

Berlin-Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) befürwortet weiterhin die Einführung einer allgemeinen Corona-Impfpflicht in Deutschland. Die Haltung des Bundeskanzlers dazu habe sich nicht verändert, sagte eine Regierungssprecherin am Freitag in Berlin. „Er hat sich ja dafür ausgesprochen und hat auch gesagt, dass er im Falle einer Abstimmung im Bundestag dafür stimmen würde, und daran hat sich auch nichts geändert“, fügte sie hinzu.

Über eine allgemeine Impfpflicht soll der Bundestag in freier Abstimmung ohne Fraktionsdisziplin entscheiden. Eine schnelle Entscheidung darüber wird es aber voraussichtlich nicht geben. Im Gespräch ist zunächst eine „Orientierungsdebatte“ im Bundestag noch in diesem Monat. Die SPD hatte am Donnerstag gesagt, ein Abschluss des Gesetzgebungsprozesses werde „noch im ersten Quartal“ angestrebt. Das kann also theoretisch auch erst im März sein.

CDU-Politiker erhöhen Druck auf Scholz

Unionspolitiker machen bei dem Thema Druck: Scholz müsse Wort bei der Impfpflicht halten. „Der Bundeskanzler hat die Impfpflicht für Februar angekündigt – dieses Wort muss gelten“, sagte Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) der Rheinischen Post. Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus (CDU) kritisierte den Kanzler im ARD-Morgenmagazin: „Der kann das jetzt nicht ans Parlament delegieren und kann sagen: ‚Jetzt sollen die sich mal zusammenfinden‘“, sagte er.

Die Sprecherin sagte, die Regierung habe sich darauf geeinigt, dass über das Thema im Bundestag debattiert werde. Der Respekt gebiete es, dass jetzt zunächst die Abgeordneten das Wort hätten. Die Einführung einer Impflicht sei ein sensibles Thema. Deshalb halte es die Bundesregierung für wichtig, dass es öffentlich und breit debattiert werde. „Und dafür ist eben der Bundestag der richtige Ort.“