Berlin - Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) kann sich strengere Corona-Maßnahmen für den Winter vorstellen. „Das 3G-Modell hat uns gut durch den Herbst gebracht. Wir hatten stabile Zahlen, aber jetzt sehen wir: Die Zahlen steigen wieder. Das heißt, zusätzliche Maßnahmen sind erforderlich. Und da ist 2G die logische Steigerungsstufe, um zu verhindern, dass es in den Krankenhäusern in einigen Regionen zu Überlastungen kommt“, sagte Braun am Freitag in einem Interview mit RTL. In vielen Bundesländern werde derzeit an entsprechenden Maßnahmen für den Winter gearbeitet.

Das Bundesland Sachsen hatte zuvor angekündigt, am kommenden Dienstag zu Eckpunkten einer neuen Schutzverordnung zu beraten. Erwogen wird in dem Bundesland die Ausweitung des 2G-Modells. Laut der Leipziger Volkszeitung könnte das 2G-Modell in Sachsen für einen Großteil des öffentlichen Lebens verpflichtend werden. Ungeimpften wäre dann künftig nur der Einkauf und die Inanspruchnahme von körpernahen Dienstleistungen möglich, hieß es. In der Regierung werde auch diskutiert, ob zudem der Einzelhandel das 2G-Modell anwenden müsse – Waren des täglichen Bedarfs ausgenommen. Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) hatte bereits am Mittwoch gesagt: „2G ist jetzt ein zwingendes Muss.“

Helge Braun betonte, es sei wichtig, dass eine 2G-Regelung gesetzlich möglich sei. Eine bundesweite 2G-Regelung schloss er jedoch aus. „Es muss grundsätzlich als Modell möglich sein, aber wir haben uns immer entschieden, regional zu handeln“, so Braun. Der Noch-Kanzleramtschef machte aber auch klar: „Ungeimpfte müssen weiter damit rechnen, dass es Einschränkungen gibt, gerade in diesem Winter.“