Berlin/Wiesbaden - Im Rennen um den Posten des CDU-Chefs gibt es eine erste Kandidatur: Kanzleramtsminister Helge Braun kündigte am Donnerstag seine Bewerbung um die Nachfolge von Armin Laschet an. Braun werde der Landespartei in Hessen bei einer Vorstandssitzung die Gründe für seine Bewerbung vorstellen, sagte ein Sprecher der hessischen CDU-Landtagsfraktion der Nachrichtenagentur AFP. Offiziell nominiert werde er durch seinen Heimatkreisverband Gießen. Für den Parteivorsitz kandidieren will nach dpa-Informationen auch der CDU-Außenpolitiker Norbert Röttgen. Er werde am Freitag eine Pressekonferenz dazu geben.

Das mögliche Duell: Merkel-Vertrauter gegen Partei-Rebell

Der 49-jährige Helge Braun gilt als enger Vertrauter der scheidenden Bundeskanzlerin Angela Merkel, der er seit März 2018 als Kanzleramtsminister dient. Dem Bundestag gehört er seit 2002 an. Braun ist studierte Mediziner; er spielte eine wichtige Rolle bei der Gestaltung von Merkels Corona-Politik. Norbert Röttgen hingegen stand zuletzt nicht in der ersten Reihe der Regierungspolitiker. Der Außenexperte hatte aber bereits im vergangenen Januar für den CDU-Vorsitz kandidiert, war damals jedoch Armin Laschet unterlegen.

Kandidatur von Friedrich Merz käme nicht überraschend

Erwartet wird ferner, dass auch der frühere Unionsfraktionschef im Bundestag, Friedrich Merz, eine Kandidatur anmelden wird. Er äußerte sich dazu bisher aber noch nicht genauer. Auch Merz hatte bereits im vergangenen Jahr für den CDU-Vorsitz kandidiert. Für ihn wäre es bereits der dritte Versuch, Vorsitzender der Christdemokraten zu werden. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hatte am Mittwoch seinen Verzicht auf eine neuerliche Kandidatur erklärt.

Anwärter auf die Nachfolge von CDU-Chef Laschet können sich noch bis zum 17. November melden. Sie benötigen dafür die Unterstützung eines Landes- oder Bezirksverbands. Im Dezember soll ein Mitgliederentscheid über die Kandidaten stattfinden. Erhält kein Kandidat die absolute Mehrheit, ist ein Stichentscheid der Basis geplant. Offiziell ins Amt gewählt werden soll der neue Parteichef auf einem Parteitag am 21. und 22. Januar in Hannover.