Washington - Nach dem Angriff auf das Kapitol in den Vereinigten Staaten hat die Polizei mit der Errichtung eines rund zwei Meter hohen Metallzauns rund um das Parlamentsgebäude begonnen. Die verstärkten Sicherheitsmaßnahmen würden zunächst für 30 Tage bestehen bleiben, so Polizeichef Robert Contee. Bis zum Wochenende würden rund 6200 Mitglieder der Nationalgarde aus verschiedenen Staaten die örtlichen Sicherheitskräfte unterstützen, sagte er. Die örtliche Polizei helfe den Sicherheitskräften des Kapitols am Donnerstag zudem mit rund 850 Beamten.

Die verschärften Sicherheitsmaßnahmen und der Einsatz der Nationalgarde werden damit auch während der Amtseinführung des neuen Präsidenten Joe Biden am 20. Januar gelten, so Contee weiter. Biden soll vor dem Kapitol vereidigt werden. Dafür waren vor dem Gebäude bereits Tribünen errichtet worden, die am Mittwoch zum Teil von den protestierenden Anhängern des scheidenden Präsidenten Donald Trump gestürmt wurden. 

Die Sprecherin des Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, rief den Chef der für das Parlamentsgebäude zuständigen Unites States Capitol Police zum Rücktritt auf. Der derzeitige demokratische Minderheitsführer im Senat Chuck Schumer wiederum kündigte an, den sogenannten Sergeant at Arms des Senats zu feuern, sobald er Mehrheitsführer sei - falls dieser bis dahin nicht bereits seine Position geräumt habe. Der Sergeant of Arms ist unter anderem zuständig für die Durchführung von Sicherheitsmaßnahmen im Senat.

Minister und FBI-Chef versprechen Taten

Der geschäftsführende US-Justizminister Jeffrey Rosen versprach unterdessen eine konsequente Strafverfolgung der gewaltsamen Demonstranten. Sein Ressort werde sicherstellen, dass die Verantwortlichen für die Attacke auf die Regierung und die Rechtsstaatlichkeit im Land für ihre Taten zur Rechenschaft gezogen würden, teilte er mit. Ermittler der Strafverfolgungsbehörden hätten die ganze Nacht auf Donnerstag durchgearbeitet, um Beweise zu sammeln und Täter zu identifizieren. Die ersten Anklagen sollten demnach bereits im Laufe des Donnerstags vorgebracht werden und weitere Festnahmen In den kommenden Tagen und Wochen folgen.

Auch der Chef der US-Bundespolizei FBI, Christopher Wray, sagte, gewalttätige Unruhestifter und Extremisten würden nicht toleriert, sondern zur Verantwortung gezogen. Das FBI setze dazu seine vollen Ermittlungsressourcen ein. „Wir sind entschlossen, die Verantwortlichen zu finden und dafür zu sorgen, dass der Gerechtigkeit Genüge getan wird“, so Wray.