Berlin - Der Konflikt um eine umstrittene Kampagne des Vereins Campact eskaliert. Dessen Mitglieder hatten Linke und Grüne in Thüringen dazu aufgefordert, den dortigen SPD-Kandidaten zu unterstützen. Damit soll verhindert werden, dass der CDU-Direktkandidat Hans-Georg Maaßen in seinem Wahlkreis gewinnt. In diesem Zusammenhang hat sich jetzt Karl Lauterbach zu Wort gemeldet und Maaßen als Nazi bezeichnet. Wie kam es dazu?

Wie der Spiegel berichtet, habe Campact im Rahmen der Kampagne dazu aufgerufen, E-Mails an Ramelow und die Linken-Bundesvorsitzende Susanne Hennig-Wellsow zu schreiben, um die Partei zu einer Umkehr zu bewegen. So heißt es in dem Aufruf: „Machen Sie ihr mit einer persönlichen Nachricht klar, was auf dem Spiel steht und was Sie von der Partei erwarten.“ Ramelows Antwort: „Sie bitten den Ministerpräsidenten eines Bundeslandes darum, seinen Einfluss auf einen Kandidaten einer freien Wahl auszuüben, damit der seine Kandidatur zurückzieht?“

Bodo Ramelow: „Ich werde keinen Verfassungsbruch begehen“

Bodo Ramelow weiter: „Worüber beschwert man sich dann über die aktuellen Wahlen in Russland, dass es dort keine freien Wahlen gäbe, wenn die Putin-Partei gewinnt, aber der Staatsapparat vorher andere Kandidaten zur Wahl erst gar nicht zugelassen hat.“ Nun würde man „ähnliche Methoden von mir als Amtsperson“ verlangen. Er werde „weder Verfassungsbruch begehen, noch werde ich diese Nötigung und unzulässige Manipulation der Bundestagswahlen schweigend mitmachen und lasse mich auch nicht als Handlanger oder Werkzeug benutzen.“

Das wiederum bringt Karl Lauterbach in Wallung. Der SPD-Politiker schreibt bei Twitter: „Ich kann nicht glauben, dass @bodoramelow sich hier vor @HGMaassen stellt, der mit den Nazis gemeinsame Sache macht und für mich einer ist.“ Das zeige leider, dass „Rot-Grün-Rot einfach keine Basis hätte“.

Berlins ehemaliger Innensenator Frank Henkel drückt Maaßen die Daumen

Der Konter von Ramelow via Twitter kam umgehend. Ramelow schreibt: „Ich kann das auch nicht glauben, denn ich weiß es besser! Lieber Karl, Du könntest es auch besser wissen!“ Und weiter: „Ich stelle mich weder vor den Kandidaten HG Maaßen noch mache ich gemeinsame Sache mit Nazis. Ich stelle mich vor das Amt als Ministerpräsident und achte sehr die Verfassung.“

Unterstützung bekommt Hans-Georg Maaßen unterdessen von Berlins ehemaligem Innensenator Frank Henkel (CDU). „Heute Abend bin ich zur Unterstützung von Hans-Georg Maaßen nach Thüringen gefahren, um mit ihm Wahlkampf zu machen!“, teilte Frank Henkel auf seiner Facebook-Seite mit. Und weiter:„ Ich drücke HGM (Hans-Georg Maaßen, Anm. der Red.) die Daumen, dass er es schafft!“

Maaßen teilte wenig später ein Foto, das ihn mit Frank Henkel und DPolG-Chef Rainer Wendt zeigt. Er bedankte sich für die Unterstützung.